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Aus aller Welt

Nach Schlag gegen Tachofälscherring

Kilometerstand manipuliert: Erste Anklage gegen Autohändler

Der Autohändler soll jahrelang den Kilometerstand von Fahrzeugen manipuliert und tausende Euro pro Monat erwirtschaftet haben.

Die Polizei geht davon aus, dass bei etwa 30 Prozent der in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen manipulierte Tachostände vorliegen
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa

München. Ein beispielloser Fall professioneller Tachomanipulationen wird nun vor Gericht gebracht. Sieben Monate nach einer europaweiten Großrazzia, bei der Dutzende festgenommen wurden, erhob die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen den ersten Beschuldigten, wie sie am Mittwoch bekanntgab. Der Autohändler soll jahrelang den Kilometerstand von Fahrzeugen manipuliert haben. Auf diese Weise sollten Käufer oder Leasingfirmen getäuscht werden. Darüber hinaus soll der Mann falsche Gutachten abgegeben haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann durch seine "kriminellen Machenschaften“ mehrere tausend Euro pro Monat erwirtschaftet habe. Insgesamt hält ihm die Anklage derzeit einen Schaden von 40.000 Euro vor. Diese Summe könne sich allerdings noch erhöhen, hieß es. Es gebe noch 300 weitere Verdachtsfälle, die geklärt werden müssten. Hier könne ein weiteres Verfahren auf den Mann zukommen.

+++ Milliarden-Betrug durch Tachotrickser +++

+++ Manipulation schwer zu erkennen +++

Insgesamt werden im Zusammenhang mit dem im März ausgehobenen Tachofälscherring 89 Beschuldigte und etwa 120 Verdächtige geführt. Die Durchsuchung war die größte, die es bis dahin bei Tachofälschern in Deutschland gegeben hatte. Damals ging die Polizei von einem Schaden von mindestens drei Millionen Euro alleine in München aus. In einem Fall war der Kilometerstand eines Autos von 700.000 auf 150.000 verändert worden. Danach war der Wagen für 15.999 Euro verkauft worden.

Die Polizei geht davon aus, dass bei etwa 30 Prozent der in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen manipulierte Tachostände vorliegen, was einen Milliardenschaden pro Jahr bedeuten würde. (dapd)

 

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