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Aus aller Welt

Ein Herz für Kinder

Fast 14 Millionen für Kinder in Not gespendet

Auch die Fürstin von Monaco hat "Ein Herz für Kinder": Charlène Grimaldi kam zur Spendengala. Gottschalk moderierte Gala zum letzten Mal.

Viele seiner prominenten Gäse werde in den nächsten Jahren wiederkommen, aber für Thomas Gottschalk (vorne) war es ein Abschied
Foto: Getty Images/Getty

Berlin. Vernachlässigte Kinder in Deutschland, unterernährte Kinder in Bangladesch, HIV-infizierte Kinder in Tansania, sterbende Kinder in Eritrea - man hätte schon ein Herz aus Eisen haben müssen, um sich der Botschaft zu verschließen, dass wir alle aufgefordert sind zu helfen. Und das Ergebnis war umwerfend: Knapp 14 Millionen Euro sind am Sonnabend bei der Spendengala der "Bild"-Hilfsaktion "Ein Herz für Kinder" zusammengekommen, die das ZDF wie immer live aus Berlin übertrug. Genau gesagt waren es 13 987 486 Millionen Euro, die ohne Abzüge in weltweite Hilfsprojekte fließen werden, weil die Axel Springer AG neben einer eigenen Großspende die Verwaltungskosten trägt.

Es war eine lange Nacht der großen Gefühle. Die Benediktiner-Nonne Raphaela Händler, die in diesem Jahr mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, appellierte mit schlichten Worten an die Deutschen. "Bitte", rief sie ihnen zu, "werden Sie nicht müde zu helfen!" Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("The Queen"), die die Laudatio hielt, wandte sich ebenfalls eindringlich an die Fernsehzuschauer. Mit einem Dank "an Sie alle da draußen, die es möglich machen, dass die Erde ein besserer Ort wird". Und am Ende, als Michael Bolton Leonard Cohens berühmtes "Hallelujah" sang, den vielleicht traurigsten Song der Welt, wischte sich nicht nur Charlène Grimaldi Tränen aus den Augen.

Die Fürstin von Monaco war nach Berlin gekommen, um ein "Goldenes Herz" entgegenzunehmen. Die ehemalige südafrikanische Weltklasseschwimmerin hat sich lange vor ihrer Heirat mit Albert II. für benachteiligte und behinderte Kinder eingesetzt, sie ist Botschafterin der Special Olympics und wurde von ihrer Freundin Franziska von Almsick mit den Worten geehrt: "Es ist dein sportlicher Ehrgeiz, der dich auch im humanitären Bereich zu Höchstleistungen bringt." Charlène Grimaldi antwortete, die Ehrung bedeute ihr sehr viel: "Ich nehme diesen Preis voller Stolz und Freude entgegen - im Namen der zahllosen Freiwilligen, die so viel arbeiten, um bedürftigen Kindern zu helfen und sie zu schützen."

Der Schauspieler Michael Mendl, der später wie viele seiner berühmten Kollegen an einem der Spendentelefone saß, hatte seine Motivation schon vor Beginn der Gala mit den knappen Worten zusammengefasst, es gebe "viel zu tun". Und Udo Lindenberg hatte seine Sicht der Dinge dem Abendblatt gegenüber so formuliert: "Wir sind unseren Kindern gegenüber verantwortlich - von denen werden wir uns irgendwann fragen lassen müssen, warum wir gegen so viel Leid und Ungerechtigkeit nichts unternommen haben." Lindenberg sang später auf der Bühne übrigens eins seiner ganz alten Lieder: "Wozu sind Kriege da?" Einen bitteren Song, der inzwischen 30 Jahre auf dem Buckel, aber nichts, gar nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Die Zeiten sind schwierig, und trotzdem haben sich die Deutschen wieder enorm großzügig gezeigt. Thomas Gottschalk, der die Gala zum elften und letzten Mal moderierte, bedankte sich bei allen Spendern. Wohl wissend, dass für den einen fünf oder zehn Euro mehr bedeuten als für den anderen 500 oder 1000. Gottschalk nahm am Ende ebenfalls einen Ehrenpreis entgegen. Und zwar aus der Hand von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, der ihm mit den Worten dankte, er habe die Gala zu dem gemacht, was sie heute sei: "Nämlich die erfolgreichste Spendengala im deutschen Fernsehen."

Auch Michael Bolton war sichtlich beeindruckt. Er habe ja keine Ahnung gehabt, "was eine unglaubliche Sache" die Hilfsaktion "Ein Herz für Kinder" sei, sagte der Amerikaner, und "wie viel!" Geld da zusammenkomme. Peter Maffay, der in Berlin seine "Tabaluga"-Abbitte "Ich hatte keine Zeit für dich" sang, erklärte, die Gala sei eine wichtige Institution. Sie sensibilisiere und mobilisiere "eine ganze Menge Leute".

So sahen das auch alle, die sich stundenlang geduldig an den Spendentelefonen ablösten. Unter ihnen waren dieses Mal Boris Becker, Senta Berger, Arne Friedrich, Uschi Glas, Maite Kelly, Johannes B. Kerner, Vitali und Wladimir Klitschko, Herbert Knaup, Felix Magath, Kai Pflaume, Jörg Pilawa, Birgit Schrowange, Sophia und Simone Thomalla, Natalia Wörner und Bettina Zimmermann. Die Schauspielerin Maria Furtwängler, die sich seit Langem in der Hilfsorganisation "Ärzte für die Dritte Welt" engagiert, verwies auf den großen Humanisten Albert Schweitzer. Dessen Credo, so die ausgebildete Medizinerin, sei gewesen: "Wem eigene Schmerzen erspart bleiben, der muss sich aufgerufen fühlen, die Schmerzen anderer zu lindern." Dieser Satz habe seine Gültigkeit nicht verloren.

 

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