Hirntumor

Zu jung für ein Medikament – Petition kämpft für Maurice

Maurice aus Berlin hat einen Hirntumor. Er hofft auf ein Medikament aus den USA.

Foto: www.facebook.com/maikwegner110

Maurice aus Berlin hat einen Hirntumor. Er hofft auf ein Medikament aus den USA.

Der 13-jährige Maurice aus Berlin leidet an einem Hirntumor. Ein Medikament könnte ihm vielleicht helfen. Aber er bekommt es nicht.

Berlin.  Im Oktober 2016 wurde bei dem damals 12-jährigen Maurice aus Berlin ein Hirntumor diagnostiziert. Seitdem kämpft das Kind um sein Leben. Da der Tumor nicht operabel ist, sieht die Familie nur noch eine Chance: eine Behandlung mit einem Medikament der US-Firma Agios, das sich aktuell noch in einer Testphase befindet. Es gibt allerdings ein großes Problem: Das Pharmaunternehmen gibt das Mittel nicht frei. Deshalb hat der Vater nun eine Petition gestartet, um das Unternehmen doch noch zur Freigabe zu bewegen.

Auf Facebook hat Maik Wegner am Montagmorgen einen verzweifelten Aufruf für die Unterschriftenaktion gestartet, der mittlerweile mehr als 41.000 Mal geteilt wurde. Darin ist zu lesen, dass die Firma Agios die Herausgabe des Medikaments kategorisch ablehne, "da Maurice noch nicht 18 Jahre ist".

Medikament noch in der Testphase

Auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet Wegner, dass in den USA bislang "nur Erwachsene im Rahmen von Studien" mit dem Medikament Ivosidenib behandelt wurden. Doch die Ärzte hierzulande sowie der Studienkoordinator in Deutschland, Professor Kramm, habe der Familie mitgeteilt, dass es gut anschlage. "Die renommierte Charité, bei der wir in Behandlung sind, ist der gleichen Meinung, sonst hätte sie die Behandlung nicht übernommen, es fehlt nur noch das Medikament", berichtet der Vater weiter.

Es seien sogar bereits sämtliche Vorbereitungen für die Behandlung getroffen worden – vom Wiegen bis zur Aufklärungen. "Nur noch das Medikament fehlt und das rückt Agios USA nicht heraus", klagt er.

Maurice ist noch nicht 18

Das Problem sei, dass die Studien ein Mindestalter von 18 Jahren vorschreiben und von dieser Vorgabe rückt Agios nicht ab. Eine Aufnahme in die Studie sei also unwahrscheinlich. "Es müsste also eine unabhängige Verabreichung werden", sagte Wegner unserer Redaktion.

Die Familie sei bereit, auf sämtliche rechtliche Ansprüche bei Ärzten und Agios schriftlich zu verzichten. Ihnen geht es nur darum, dem heute 13-jährigen Maurice möglicherweise noch einige schöne Jahre zu verschaffen – und mit dem Medikament sei diese Chance eventuell gegeben. Denn Ivosidenib könnte ersten Studien zufolge die Fortpflanzung des Tumors stoppen.

Unternehmen verweigert weiter die Abgabe

Mittlerweile sind bereits mehr als 50.000 Unterschriften bei der Online-Petition zusammengekommen. Maik Wegner hofft, dass das Präsentieren der Tausenden Unterschriften die Firma vielleicht doch zur Abgabe bewegt. Am Mittwochmorgen wurde das jedoch erneut verweigert, wie der Vater auf Facebook informierte. Aufgeben will er dennoch nicht. Denn zu verlieren habe er nichts: "Nur meinen Sohn."

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