01.09.11DFS
Computerpanne bei Flugsicherung: Verspätete Flüge
Die Störung dauerte zwar nur40 Minuten, aber das reichte aus, um zahlreiche Flüge verpätet fliegen zu lassen. Zu Flugausfällen kam es nicht.
Foto: dapd
Fluglotsen kontrollieren im Kontrollzentrum der Deutschen Flugsicherung (DFS) GmbH in Langen den Luftraum über Deutschland
Langen. Eine Systemausfall bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen hat am Donnerstag zu Behinderungen im Luftverkehr in ganz Deutschland geführt. Flugzeuge verspäteten sich deshalb bundesweit um insgesamt 500 Minuten, wie ein Sprecher der DFS auf dapd-Anfrage sagte. Die Störung dauerte demnach von 12.20 Uhr bis etwa 13.00 Uhr.
Das Flugdatensystem sei ausgefallen, berichtete der Sprecher weiter. Deswegen hätten die Fluglotsen Informationen beispielsweise über die Abflugzeit und die benötigte Flughöhe der Maschinen nur per Telefon erhalten. Da dies länger dauere als der Blick ins System, sei es zu den Verspätungen gekommen. Flugausfälle wegen des Zwischenfalls hat es den Angaben zufolge aber nicht gegeben.
Deutschland verfügt nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) über 16 "internationale Flughäfen": Hamburg, Bremen, Hannover, Münster/Osnabrück, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Saarbrücken, Stuttgart, Nürnberg, München, Erfurt, Leipzig, Dresden sowie Tegel und Schönefeld in Berlin.
Gemäß Paragraf 27d des Luftverkehrsgesetzes hat das Bundesverkehrsministerium für diese ein "verkehrspolitisches Interesse des Bundes" anerkannt.
Auf dieser Grundlage ist die DFS dort für die Flugsicherung zuständig - anders als auf den sogenannten Regionalflughäfen.
Der Bezeichnung zum Trotz können hier aber auch internationale Flüge starten, wie zum Beispiel am Hunsrück-Flughafen "Frankfurt- Hahn" oder aber in Lübeck. Die Lotsen arbeiten nicht für die DFS, sondern im Auftrag anderer Flugsicherungsunternehmen.
Die Begriffe "internationaler Verkehrsflughafen" oder "Regionalflughafen" sind rechtlich nicht geschützt. So lässt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), anders als die DFS, bei der Definition auch andere Kriterien gelten, beispielsweise den Linien- und Charter-Verkehr mit dem Ausland. Sie zählt deshalb 19 "internationale Flughäfen" in Deutschland.
Die Europäische Kommission wiederum legt die Passagierzahlen zugrunde und kennt in ihren Mitgliedsländern vier Kategorien: Große Gemeinschaftsflughäfen mit mehr als 10 Millionen Passagieren pro Jahr, nationale Flughäfen (5 bis 10 Millionen) sowie große Regionalflughäfen (1 bis 5 Millionen) und kleine Regionalflughäfen (weniger als eine Million Passagiere).
(dapd/abendblatt.de)