Zirkus in Neuruppin
Löwin erschossen - but the show must go on...
Auch wenn der Schock noch tief sitzt - die Show geht weiter. Nach dem Ausbruch von Löwin Nala, der mit dem Tod des Tieres endete, wird das Programm allerdings erstmal ohne Raubkatzen auskommen müssen.
Auch wenn der Schock noch tief sitzt - die Show geht weiter. Nachdem Ausbruch von Löwin Nala, der mit dem Tod des Tieres endete, wir das Programm allerdings erstmal ohne Raubkatzen auskommen müssen. Direktor Joschi Ortmann und seine Truppe wollen das Gastspiel fortsetzen. „Am Nachmittag und am Abend gibt es eine Vorstellung“, sagte er. Den beiden sechsjährigen Löwen Simba und Brigant will der 54-Jährige jedoch eine einwöchige Pause gönnen. Sie müssten sich von der Aufregung erholen.
Am Vortag hatte Löwin Nala bei der Vorstellung Ortmann attackiert und war geflohen. Polizeibeamte erschossen sie in der Nähe eines Wohngebiets in einer Gartenkolonie. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Tötung des wilden und gefährliches Tieres war in Absprache mit Ortmann erfolgt. Er hatte keine andere Möglichkeit gesehen, so der Zirkusdirektor. „Alles andere wäre zu gefährlich gewesen. Ich wollte kein Risiko eingehen. Menschenleben gehen vor“, erklärte er. Die Löwin war während der Nachmittags-Vorstellung des „Raubtier-Circus Humberto“ mit rund 100 Zuschauern geflohen. Zuvor hatte Nala Ortmann attackiert. Die rund 30-köpfige Truppe gastiert seit Donnerstag in der Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Bis Sonntag will das Unternehmen noch bleiben. Als nächste Station sei die Stadt Pritzwalk (Prignitz) vorgesehen. Die Kriminalpolizei prüft nun, ob Versäumnisse seitens des Zirkusses vorliegen. Ergebnisse seien erst in der kommenden Woche zu erwarten, sagte ein Sprecher in Neuruppin. Unterdessen protestierten Tierschützer gegen die Tierhaltung in Zirkusbetrieben. „Bei Zirkusbetrieben steht die Mobilität im Vordergrund, die Sicherheit der Käfige ist mangelhaft“, so Peter Höffken von der Organisation Peta Deutschland. Er forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erneut auf, ein Wildtierverbot nicht länger zu blockieren. „Wildtierhaltung im Zirkus ist einfach unverantwortlich – den Tieren gegenüber, die unter der Haltung leiden, und den Menschen gegenüber, die gefährdet werden“, betonte Thomas Pietsch von der Organisation Vier Pfoten. Diese hat in den vergangenen sieben Jahren 19 Vorfälle registriert, bei denen Menschen von Wildtieren im Zirkus verletzt wurden. Zudem gab es ihren Angaben zufolge 38 Ausbrüche von Tieren, die glimpflich abliefen. Die Tierschützer fordern seit Jahren, die Wildtierhaltung im Zirkus zu verbieten. Sie verwiesen auf Österreich, wo diese bereits der Fall ist. Ein entsprechendes Verbot werde auch von der Bundestierärztekammer gefordert, hieß es.


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