Entführtes Mädchen nach neun Monaten wieder zu Hause
New York. Sie hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben. Neun Monate lang war Elizabeth Smart (14) spurlos verschwunden, gekidnappt vor den Augen ihrer Schwester Mary Katherine (9). Die Schülerin wurde eines nachts, mitten im Schlaf, aus dem Kinderzimmer im Elternhaus der Familie Smart in Salt Lake City (US-Staat Utah) entführt. Elizabeth ist nach knapp neun Monaten wieder zu Hause - äußerlich gesund. Sie wurde auf einem Parkplatz, nur 25 Kilometer vom Elternhaus entfernt, gefunden. Es ist wie ein Wunder! "Sie ist so groß geworden", sagt weinend ihr Vater Edward. "Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich wir sind." Zusammen mit seiner Frau Lois und der Familie hatte Ed Smart direkt nach der Entführung in der Nacht zum 5. Juni 2002 eine riesige Kampagne gestartet und eine Belohnung von 250 000 Dollar ausgesetzt. Immer wieder hatte der vermögende Immobilienmakler verzweifelt an die Entführer appelliert: "Lasst meine kleine Elizabeth frei." Doch erst ein Tipp von Anita Dickenson, einer Mutter von sieben Kindern, brachte dem Mädchen die Freiheit. Die Zeugin hatte Liz in Sandy, einem Vorort von Salt Lake City, auf einem Parkplatz wiedererkannt. Die mittlerweile 15-Jährige war in Begleitung eines Mannes und einer Frau, alle drei trugen Perücken und Sonnenbrillen. Die Tatverdächtigen sind Brian David Mitchell (49), ein religiöser Fanatiker sowie dessen Frau Wanda. Mitchell hatte bei den Smarts einmal als Handwerker gearbeitet. Nach ersten Erkenntnissen soll das Paar Elizabeth zunächst in einem Keller in Salt Lake City, später in den Bergen versteckt gehalten haben. Dann reisten sie mit ihr durchs Land. "Ich weiß nicht, was sie durchgemacht hat", sagt Ed Smart. Ob Elizabeth unter Drogeneinfluss stand, misshandelt wurde oder versucht hatte zu flüchten, ist bisher nicht bekannt. Auch das Motiv der Tat ist unklar.


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