Tankerunfall bei St. Goarshausen
Schwefelsäure: Schon 1.300 Tonnen in den Rhein geflossen
Um ein Auseinanderbrechen des Tankers "Waldhof" zu verhindern, wird ein Großteil der ätzenden Schwefelsäure in den Rhein abgelassen.
Das Laborschiff "Burgund" der Gewässeraufsicht nahm unterhalb des bei St. Goarshausen auf dem Rhein gekenterten Tankschiffs "Waldhof" Wasserproben. Große Teile der Schwefelsäure-Ladung müssen nun doch in den Rhein abgelassen werden.
Foto: dpa
St. Goarshausen. Aus dem havarierten Chemietankschiff "Waldhof" sind bislang rund 1.300 Tonnen Schwefelsäure in den Rhein geflossen. Etwa 400 Tonnen Säure seien am Montag über fünf Stunden hinweg kontrolliert in den Fluss geleitet worden, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung am Dienstag. Die Bergungsexperten hatten sich dazu entschlossen, weil das Schiff auseinanderzubrechen droht. Hinzu kommen etwa 900 Tonnen Säure, die im Laufe der vergangenen drei Wochen nach und nach aus dem Tanker ausgetreten waren. Damit ist bereits mehr als die Hälfte der ursprünglich von dem Tanker geladenen 2.400 Tonnen Schwefelsäure im Rhein gelandet.
Auch am Dienstag sollte das kontrollierte Ablassen der Säure in den Rhein fortgesetzt werden. Für das Ökosystems des Flusses bestehe aber keine Gefahr, betonte die Einsatzleitung. Ständig durchgeführte Messungen belegten dies.
Neben dem Ablassen in den Fluss sollte ein anderer Teil der Säure am Dienstag auf ein bereit stehendes Tankschiff gepumpt und zur Entsorgung nach Ludwigshafen gebracht werden, wie dies auch schon am Wochenende geschehen war. Das Abpumpen gestaltet sich allerdings schwierig und zeitaufwendig, da die Säure vorher verquirlt werden muss, um ihre Konzentration zu vereinheitlichen.
Auf dem Schiff befinden sich möglicherweise auch die Leichen von zwei noch vermissten Besatzungsmitgliedern. Die unter Wasser stehenden und völlig zerstörten Wohnbereiche des auf der Seite liegenden Tankerwracks konnten bislang noch nicht gründlich durchsucht werden. (dapd)



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