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Aus aller Welt

Golf von Mexiko

780 Millionen Liter Öl strömten bisher ins Meer

Der Konzern BP will im Laufe des Tages das Bohrloch verschließen. Zahlen zeigen, dass es die schlimmste Öl-Katastrophe der Geschichte ist.

Am 20. April war die Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodiert. Mit allen Mitteln wurde versucht, den Abfluss von Öl ins Meer zu stoppen. So wurde das Öl auch abgebrannt, wie auf dem Foto zu sehen.
Foto: dpa

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New Orleans/Washington . Drei Monate fließt das Öl jetzt in den Golf von Mexiko. Drei Monate, in denen sich der britische Öl-Konzern BP immer wieder blamierte. Doch heute könnte ein entscheidender Schritt zum Verschluss des Bohrlochs gemacht werden. BP will im Laufe des Tages beginnen, das Loch zu verschließen. Doch die für Montag geplanten letzten Tests vor der endgültigen Versiegelung des Bohrlochs im Golf von Mexiko haben sich leicht verzögert. Bei den Vorbereitungen für den Einspritztest sei ein kleines hydraulisches Leck am Kontrollsystem der Verschlusskappe entdeckt worden, teilte BP am Montag mit. „Es ist vorgesehen, dass der Einspritztest und möglicherweise auch der 'static kill' am Dienstag stattfinden“, erklärte BP. Bei der „static kill“ genannten Methode werden schwerer Bohrschlamm und Zement durch die Mitte Juli aufgesetzte Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt, um dieses endgültig zu verschließen.

Es werde rund 24 Stunden dauern, bis klar ist, ob die Operation Erfolg hat. Nach der provisorischen Abdichtung des Lecks Mitte Juli soll der Schlamm das Öl in der Steigleitung in die Tiefe drücken. Zur weiteren Abdichtung wird möglicherweise auch Zement in das Bohrloch gepumpt. Bei der Operation könnten zeitweise geringe Mengen Öl ins Meer fließen, warnte Einsatzleiter Thad Allen.

Der finale Akt zur Versiegelung steht dann etwa eine Woche später an. Dann wollen die Ingenieure auch das Öl-Reservoir in der Tiefe versiegeln. Bei dieser Operation „Bottom Kill“ sollen in 5,4 Kilometer unter dem Meeresboden ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden.

Ölpest vor US-Küste Schlimmste der Geschichte

Unterdessen bestätigen neuste Zahlen von US-Wissenschaftlern: Die Ölpest im Golf von Mexiko ist die Schlimmste der Geschichte. Bis zur provisorischen Abdichtung des Lecks Mitte Juli strömten innerhalb von drei Monaten rund 4,9 Millionen Barrel ins Meer, das sind 666.400 Tonnen oder auch 780 Millionen Liter, teilte die Einsatzzentrale der Regierung mit.

Nicht einmal ein Fünftel davon (800.000 Barrel) seien aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt worden, hieß es. Es handele sich um die bislang genauesten Schätzungen mit einer möglichen Abweichung von plus-minus zehn Prozent, teilte die Regierung mit.

Zuvor galt der Bohrinsel-Unfall der „Ixtoc“ 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko. Bei der Havarie des Tankers „Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas strömten lediglich rund 40.000 Tonnen ins Meer.

(afp/dpa)

Rückschläge im Kampf gegen die Ölpest:

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dpa
 

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