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Sensationsfund

Verschollenes Segelschiff nach 157 Jahren entdeckt

Forscher haben im Eismeer ein verschollenes Segelschiff wiederentdeckt. Es hatte nach Überlebenden einer Arktisexpedition gesucht.

Diese Illustration zeigt die HMS Investigator im Jahre 1851.
Foto: AP

New York . Nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten im kanadischen Eismeer haben Forscher ein verschollenes Segelschiff wiederentdeckt. Die „HMS Investigator“ liege in der Mercy-Bucht der Banksinsel, Kanadas fünftgrößter Insel, meldeten kanadische Archäologen am Donnerstag. Das Wrack sei nach nur 15 Minuten Suche mit einem Sonar in gerade einmal elf Meter Tiefe aufgespürt worden. Es stehe aufrecht und sei gut erhalten. In der Nähe wurden auf der Insel auch drei Gräber von Seeleuten gefunden.

Die „Investigator“ hatte nach Überlebenden der Arktisexpedition um Sir John Franklin gesucht, war aber selbst im Eis eingeschlossen und aufgegeben worden. Der Brite wollte die Nordwestpassage finden, den viel kürzeren nördlichen Seeweg um Amerika. Eine Schifffahrtsstraße gibt es zwar, die ist wegen der Vereisung aber praktisch nicht zu befahren. Erst jetzt durch den Klimawandel hofft Kanada auf einen nutzbaren Seeweg.

WRACK DER "WIESBADEN"

Franklin war 1847 während der Expedition gestorben. Nachdem seine Schiffe „HMS Erebus“ und „HMS Terror“ im Eis eingeschlossen wurden, machten sich die letzten der einst 130 Männer zu Fuß auf dem Weg. Keiner kam durch. Einige der Hungrigen sollen das Fleisch ihrer toten Kameraden gegessen haben. Das Schicksal der Franklin-Gruppe hatte Europa und Nordamerika in Atem gehalten und über fast zwei Jahrzehnte für immer neue Suchexpeditionen gesorgt. Eines dieser Schiffe war die „Investigator“.

CHAMPAGNER-FUND IN DER OSTSEE

Die Bilder, die die von einem Schlauchboot gezogene Sonarboje jetzt aufnahm, zeigen ein auch nach fast 157 Jahren gut erhaltenes Wrack. Die Umrisse des Schiffes sind klar zu erkennen, die Aufbauten fehlen, aber der Rumpf ist nicht auseinandergebrochen. Bei ruhiger See könne das Wrack sogar vom Boot aus gesehen werden. Es soll weiter untersucht, aber vorerst nicht gehoben werden. Das eiskalte Wasser habe dazu geführt, dass der Rumpf in überraschend gutem Zustand sei. Das Schiff sei nicht eher gefunden worden, weil die Bucht fast ständig von Eis bedeckt ist.

Die „Investigator“ war auch im Eis eingeschlossen, bevor sie aufgegeben wurde. Drei Jahre waren die etwa 60 Seeleute auf ihr gefangen, bevor sie gerettet wurden. Die „Erebus“ und die „Terror“, die sie suchten, sind bis heute nicht gefunden.

(dpa/abendblatt.de)

 

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