Magdeburg
Lebloser Mann im Bus - Ermittlungen gegen Fahrer
Nach einem Schlaganfall ist ein Mann den ganzen Tag in einem Linienbus durch Magdeburg gefahren worden. Er starb später in einem Krankenhaus.
Das Symbolbild zeigt einen Bus des öffentlichen Nahverkehrs auf dem Gelände des Zentralen Omnibus Bahnhofs in Magdeburg.
Foto: dpa/DPA
Magdeburg. Nach einem Schlaganfall in einem Magdeburger Linienbus ist ein lebloser Mann fast einen ganzen Tag lang durch die Stadt kutschiert worden. Offensichtlich bemerkte niemand, was mit dem Fahrgast in dem Wagen der Linie 69 los war. Er starb später in einer Klinik. Eine Sprecherin der städtischen Verkehrsbetriebe bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung vom selben Tag. Gegen zwei Busfahrer wird jetzt wegen Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt. Jemand habe Strafanzeige gegen sie erstattet, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Magdeburg, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Laut Zeitung fiel den Fahrern der reglose Mann selbst beim Schichtwechsel nicht auf.
Der Vorfall hatte sich bereits im März ereignet, rund zwei Wochen später soll der Mann dem Zeitungsbericht zufolge gestorben sein. Wer ihn schließlich entdeckte und die Rettungskräfte alarmierte, blieb am Donnerstag offen. Die Magdeburger Polizei äußerte sich zu dem Vorgang nicht. Ob die Busfahrer derzeit ihren Dienst bei den Verkehrsbetrieben versehen, sagte die Unternehmenssprecherin mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Auf die Frage, ob es bei den Verkehrsbetrieben zuvor bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben habe, erklärte sie: „Das ist mir nicht bekannt.“
Wenn jemand einen Schlaganfall - also eine Funktionsstörung des Gehirns - erleidet, ist möglichst schnelle medizinische Hilfe nötig. Rund 20 Prozent der Patienten sterben nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe innerhalb von vier Wochen, mehr als 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Viele Überlebende bleiben pflegebedürftig.



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