Unglück auf Kamtschatka
Fünf Deutsche in Russland von Lawine getötet
Die Wintersportler saßen im Hubschrauber, als dieser von einer Lawine erfasst wurde. Sie waren mit einer Reisegruppe unterwegs.
Mindestens sieben deutsche Snowboarder sind im Fernen Osten Russlands bei einem Lawinenabgang getötet worden.
Foto: dpa/DPA
Moskau. Mindestens fünf deutsche Wintersportler sind bei einem Lawinenunglück im fernen Osten Russlands getötet worden. Die Snowboarder waren mit einer Reisegruppe des baden-württembergischen Veranstalters Flory Kern aus Schonach im Schwarzwald unterwegs. Das teilte das Unternehmen am Samstag auf Anfrage mit.
Unter den insgesamt zehn Opfern seien auch fünf Russen, sagte eine Sprecherin des russischen Zivilschutzministeriums nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Die Snowboarder starben, als sie und der Hubschrauber am Samstag auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka von einer Lawine erfasst wurden. Sechs Deutsche, ein Belgier sowie ein weiterer Passagier hätten das Unglück überlebt.
Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen zunächst keine gesicherten Erkenntnisse über die genaue Zahl deutscher Staatsangehöriger an Bord vor. Das Generalkonsulat in Nowosibirsk bemühe sich intensiv um Aufklärung, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Auch aus welchen Städten die Snowboarder stammen, war zunächst unbekannt.
„Der Veranstalter Flory Kern, der Skireisen weltweit organisiert, ist durch die Ereignisse tief betroffen und bedauert zutiefst, dass es trotz intensiver Sicherheitsvorkehrungen zu diesem Ereignis kommen konnte“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Kern befinde sich auf dem Weg nach Russland. Weitere Angaben wollte das Unternehmen zunächst nicht machen. Es hat unter der Telefonnummer 0800 / 999 24 24 eine Hotline für Angehörige geschaltet.
An Bord des Hubschraubers waren nach Behördenangaben insgesamt 18 Menschen. Zwei von ihnen wurden in „kritischem Zustand“ in ein Krankenhaus gebracht. Das von Vulkanen geprägte Naturparadies Kamtschatka gilt bei wohlhabenden Touristen als Tipp für Abenteuerreisen.
Um 16.15 Uhr Ortszeit (6.15 MESZ) ging die Lawine plötzlich ab und begrub die Opfer unter einer 10 bis 15 Meter hohen Schneemasse. Zu dem Zeitpunkt seien nur noch die Besatzungsmitglieder an Bord des Hubschraubers gewesen, hieß es. Die Maschinen setzen die Skifahrer an abgelegenen Orten aus und heben wieder ab.
Das Auslösen einer Lawine durch den Start oder die Landung eines Hubschraubers ist nicht ungewöhnlich. „Das ist ein bekanntes Phänomen“, sagte ein Experte der bayerischen Polizei- Hubschrauberstaffel der Nachrichtenagentur dpa. „Gerade in Russland sind die Hubschrauber meistens noch ein bisschen größer und lauter, da ist das sehr gut möglich.“
Suchmannschaften entdeckten den Helikopter am Dukum-Pass, etwa 70 Kilometer südwestlich der Stadt Jelisowo. Zuvor war der Funkkontakt abgerissen. Zwei Ärzte-Teams wurden zur Unglücksstelle geflogen. Dort herrschten tiefe Minustemperaturen.
Im unwegsamen Kamtschatka gibt es kaum Straßen. So sind Hubschrauber oft das einzige Verkehrsmittel. Für Ausflüge in die malerische Landschaft mit Gletschern und Geysiren müssen Touristen deshalb tief in die Tasche greifen.



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