Jörg Kachelmann in Untersuchungshaft
Der Fall Kachelmann: "Falsche Vorwürfe und Missverständnisse"
Der ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann soll seine Partnerin vergewaltigt haben. Jetzt sitzt er in der JVA Mannheim.
In U-Haft wegen Verdacht auf Vergewaltigung: Wetter-Moderator Jörg Kachelmann
Foto: dpa
Frankfurt/Main. Vergewaltigungs-Vorwurf gegen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann: Der 51-jährige Schweizer sitzt in Mannheim in Untersuchungshaft, weil er nach einem Streit seine langjährige Freundin gegen deren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll. Kachelmann wurde am Sonnabend bei der Einreise am Frankfurter Flughafen von der Landespolizei Hessen verhaftet, wie der Sprecher der Bundespolizei, Armin Thiel, am Montag bestätigte. Der prominente Moderator ließ die Vorwürfe als „frei erfunden“ zurückweisen.
Die Staatsanwaltschaft Mannheim berichtete lediglich, dass sie gegen einen 51-jährigen Journalisten und Moderator ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung führe. „Weitergehende Auskünfte werden derzeit aus Ermittlungsgründen und im Hinblick auf die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten nicht erteilt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bundespolizei bestätigte aber Informationen von Bild.de, dass es sich um Kachelmann handelt.
Der Kölner Rechtsanwalt Ralf Höcker, der nach eigenen Angaben Kachelmann vertritt, wies die Vorwürfe entschieden zurück: „Die gegen unseren Mandanten erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe sind haltlos. Sie sind frei erfunden“, heißt es in seiner Mitteilung. Die Pressesprecherin von Kachelmanns Firma Meteomedia, Stephanie Schleß, sprach von einem „Missverständnis, das sich sicherlich schnell aufklären wird“. Erläutern wollte sie diese Stellungnahme nicht.
Dauer der U-Haft noch nicht abzusehen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Polizeidirektion Heidelberg gegen Kachelmann ermittelt. Er soll Anfang Februar seine langjährige Freundin nach einem vorangegangenen Beziehungsstreit in ihrer Wohnung im Rhein-Neckar-Kreis gewaltsam zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Im Februar hatte sie ihn angezeigt. Danach erhärtete sich der Tatverdacht laut Staatsanwaltschaft. Auf deren Antrag hin erließ das Amtsgericht Mannheim Haftbefehl gegen den Moderator Haftbefehl. Der Vollzug wurde mit Fluchtgefahr begründet.
Wie lange Kachelmann in U-Haft sitzen muss, ist noch nicht abzusehen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur DAPD, es sei nicht bekannt, ob ein Haftprüfungstermin beantragt sei. Sollte Kachelmann vor Gericht kommen und wegen Vergewaltigung verurteilt werden, müsste er mit einer Haftstrafe „nicht unter einem Jahr“ rechnen.
Auch in ARD-Unterhaltungssendungen
Die ARD wollte keine Stellungnahme abgeben. Kachelmann produziert mit seiner Firma Meteomedia Wettersendungen in der ARD – seit 1994 vor der 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ und seit 2002 nach den „Tagesthemen“. Seine Karriere bei der ARD hatte er 1990 als „Weatherman“ beim Radiosender SWF 3 (inzwischen SWR) gestartet. Damals hatte er sich in Bächli bei St. Gallen als autodidaktisch ausgebildeter Meteorologe selbstständig gemacht und die Meteomedia gegründet. Mit dem Start des ARD-Frühstücksfernsehens im Jahr 1992 begann seine Fernsehkarriere.
In den 90er Jahren machte er sich auch in der Fernsehunterhaltung einen Namen. Er war seit 1997 viele Jahre Moderator der MDR-Talkshow „Riverboat“. Keinen Erfolg hatte er als Quizmaster, als er 1998 die Neuauflage der legendären Show „Einer wird gewinnen“ übernahm, die Hans Joachim Kulenkampff berühmt gemacht hatte.



Branchenbuch Hamburg
Schatzbüdel

100. Geburtstag
Axel Springer




Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



