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USA

Arzt soll über 100 Kinder missbraucht haben

Der 56-jährige Arzt aus dem kleinen Ort Lewes im Landkreis Sussex wurde in 471 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung und Misshandlung.

Der Arzt Earl B. aus dem kleinen Ort Lewes im Landkreis Sussex wurde am Montag in 471 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung und Misshandlung.
Foto: AP

Washington. Grauenhafte Enthüllung: Ein Kinderarzt im US-Bundesstaat Delaware soll 103 seiner kleinen Patienten sexuell missbraucht und zum Teil auch vergewaltigt haben. Ein Gericht im Landkreis Sussex klagte den 56-Jährigen am Montag in 471 Fällen an. Earl B.s jüngstes Opfer war gerade drei Monate alt, das älteste 13 Jahre, erklärte der sichtbar schockierte Staatsanwalt Beau Biden. Unter den Opfern sei ein Junge. Seine furchtbaren Taten habe der Kinderarzt auf mehr als 13 Stunden Videomaterial festgehalten.

„Das sind Verbrechen gegen die Verletzbarsten unter uns - diejenigen ohne Stimme“, sagte Staatsanwalt Biden mit Tränen in den Augen. Die grauenhaften Enthüllungen legen sich wie ein Alptraum über das verschlafene 1300-Einwohner-Nest Lewes an der Atlantikküste.

Es begann mit den Klagen eines zweijährigen Mädchens. Es hatte unter Tränen berichtet, dass B. ihr wehgetan habe und von sexuellen Handlungen erzählt. Der Arzt hatte das Kind zunächst im Beisein seiner Mutter untersucht und es dann in ein anderes Behandlungszimmer, den sogenannten „Spielzeugraum“ im Keller geführt. „Weil er ein Doktor war“ und weil sie ihm vertraut habe, habe sie die Tochter mitgehen lassen, erklärte die Mutter.

Das Mädchen war nur eines von vielen Opfern, die der große, kräftige Mann mit den dünnen, längeren Haaren und der Nickelbrille in eines seiner „Spielzeugzimmer“ führte, um sie dort zu missbrauchen. Gerade wegen dieser mit Disney-Puppen und einem kleinen Karussell ausgestatteten Räume war der Arzt schnell zur Attraktion geworden, als er sich 1994 in dem malerischen Küstenort niedergelassen hatte. Doch für seine kleinen Patienten wurden die Zimmer zu Folterkammern.

Einem Bericht des Fernsehsenders „ABC News“ zufolge dokumentieren die Videoaufnahmen, wie B. seine weinenden Opfer gewaltsam anherrscht, um sie sich gefügig zu machen. Ein Fahnder sprach von „einer der gewalttätigsten und brutalsten Attacken auf ein Kind, die er jemals gesehen habe“.

B. war bereits im Dezember festgenommen worden, nachdem Fahnder monatelang gegen ihn ermittelt hatten. Ursprünglich waren sie von neun Opfern ausgegangen. Doch im Laufe der Wochen mussten sie erkennen, dass es mehr als zehnmal so viele Kinder waren, die B. seit 1998 in seinen Behandlungsräumen gequält hat. Staatsanwalt Biden versprach der schockierten Gemeinde die vollständige Aufklärung der Verbrechen. B. war bereits im Dezember die Berufsausübung untersagt worden. (dpa/abendblatt.de)

 

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