Etwa 800 Gäste aus Film, Fernsehen, Sport, Politik und Wirtschaft kamen zur 61. Bambi-Gala des Burda-Verlages nach Potsdam.

Bambi 2009 - Show

Kate Winslet.
Foto: Getty Images/Getty

Potsdam. Die Verleihung des Medienpreises Bambi hat am Donnerstagabend Stargäste aus dem In- und Ausland nach Potsdam geführt. Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl blieb der Gala aus gesundheitlichen Gründen fern. Er hatte den Millennium-Bambi für seine Verdienste um die deutsche Wiedereinigung in seinem Heimatort Ludwigshafen entgegengenommen und wurde per Videobotschaft zugeschaltet. Stargast des Abends war Oscar-Preisträgerin Kate Winslet.

Die Britin wurde vom Verlagshaus Burda als «Schauspielerin international» ausgezeichnet. «Auch nachdem ich den Oscar erhalten habe, fühle ich mich mit dem Bambi wahnsinnig geehrt», sagte Winslet auf dem roten Teppich. Sie hatte den US-Filmpreis im Februar für die Darstellung einer KZ-Aufseherin in der Verfilmung des deutschen Bestsellers «Der Vorleser» bekommen. «Besonders freut es mich, in einem historisch so wichtigen Jahr für Deutschland den Bambi zu erhalten», sagte die 34-Jährige weiter. Ihr wurde die Auszeichnung von ihrem „Vorleser“-Kollegen Bruno Ganz (“Der Untergang“) überreicht.

«Weiße Band» und «Vorleser» für Filmpreis nominiert

Michael Berg (David Kross) liest Hanna Schmitz (Kate Winslet) in einer Szene des Films "Der Vorleser" im Bett vor.

Die Britin sagte am Donnerstagabend bei der Gala in Potsdam, sie wolle die Auszeichnung als „Schauspielerin international“ des Burda-Verlags mit ihrem jungen Ko-Star David Kross teilen: „Wir schauen seiner Zukunft mit angehaltenem Atem entgegen.“ Die 34-Jährige dankte auch dem Schriftsteller Bernhard Schlink für seine „unglaubliche Vorlage“. Winslet hatte nach fünf Nominierungen im Februar ihren ersten Oscar für die Darstellung einer KZ-Aufseherin bekommen.

Mit Maximilian Schell wurde ein weiterer Oscar-Preisträger für sein Lebenswerk geehrt. Der Österreicher («Urteil von Nürnberg») war als erster deutschsprachiger Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem US-Filmpreis ausgezeichnet worden und erhielt wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag seinen zweiten Bambi. Eine Trophäe für das Lebenswerk sei «knapp vor der Verurteilung», sagte Schell auf dem roten Teppich.

Ein goldenes Rehkitz ging auch an Schells Landsmann Christoph Waltz in der Kategorie «Schauspieler international». Er hatte für seine Rolle als SS-Oberst in «Inglourious Basterds» bereits den Darstellerpreis bei den Filmfestspielen von Cannes erhalten. Quentin Tarantinos Film war in Potsdam entstanden.

Um den Bambi als «Beste Schauspielerin» konkurrierten Jessica Schwarz («Romy»), Simone Thomalla («Tatort») und Diana Amft («Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin»). Bei den Männern hatten die Chefredakteure der Hubert Burda Media die Wahl unter Christian Ulmen («Maria, ihm schmeckt's nicht»), Edgar Selge («Jenseits der Mauer») und Florian David Fitz («Doctor's Diary»).

Der Bambi wurde bei seiner 61. Ausgabe in 17 Kategorien verliehen. In der Sparte «Film national» ehrte die Jury den Regisseur Michael «Bully» Herbig für seine Realverfilmung der Zeichentrickserie «Wickie und die starken Männer», den bislang erfolgreichsten deutschen Film des Jahres.

Den «Ehren-Bambi für Deutsche in Hollywood» teilte sich Kameramann Michael Ballhaus («Gangs of New York») mit den Regisseuren Caroline Link («Nirgendwo in Afrika»), Florian Henckel von Donnersmarck («Das Leben der Anderen»), Oliver Hirschbiegel («Der Untergang») und Actionspezialist Roland Emmerich («2012»). «Meine Kinder können mit einem schönen Reh mehr anfangen als mit einem glatten großen Mann», sagte Donnersmarck über zwei Jahre nach dem Oscar für sein Stasi-Drama.

Die Musik-Bambis gingen an die kolumbianische Popsängerin Shakira und die Band Silbermond aus Bautzen. Der italienische Modemacher Giorgio Armani wurde in der Kategorie «Kreativität» ausgezeichnet. Er ließ sich in Potsdam von seiner Nichte Roberta vertreten.

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wurden mit den Bambis auch drei «stille Helden» der friedlichen DDR-Revolution geehrt. Die ehemaligen Oppositionellen Christoph Wonneberger, Siegbert Schefke und Aram Radomski hatten die Leipziger Montagsdemonstrationen initiiert, heimlich gefilmt und die Bilder westdeutschen Journalisten zugespielt. Im Mauerfall-Jubiläumsjahr konnten die Zuschauer zudem den besten Fernsehfilm zur deutschen Geschichte wählen.

Für den Einsatz mit der Björn Schulz Stiftung zugunsten leukämie- und tumorkranker Kinder erhielt Jürgen Schulz den «Engagement»-Bambi. Der langjährige Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß, wurde in der Kategorie «Wirtschaft» prämiert. Die Profiboxer Vitali und Wladimir Klitschko erhielten den Sport-Bambi zum zweiten Mal nach 2005. Wie jedes Jahr ging ein Sonder-Bambi an den Unterhalter Johannes Heesters. Der 105-Jährige blieb der Gala auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg fern.

Mehr zum Thema

Moderatoren der Gala waren Ex-Eiskunstläuferin Katarina Witt und ARD-Sportreporter Tom Bartels. Unter den rund 800 Gästen waren unter anderen Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), Designer Wolfgang Joop, Schauspielerin Iris Berben, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Charlene Wittstock, Freundin von Fürst Albert II. von Monaco.

Die 62. Bambi-Verleihung wird ebenfalls in Potsdam stattfinden.