Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand ist wegen seiner sexueller Abenteuer mit Strichjungen in Asien unter Druck geraten.

In einem "autobiographisch inspiriertem" Buch erzählt der französische Kulturminister Francoise Mitterand von sexuellen Abenteuern mit Strichjungen in Asien.
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Paris. Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand ist wegen sexueller Abenteuer mit Strichjungen unter Druck geraten. Nachdem die sozialistische Opposition und die rechtsextreme Partei Front National (FN) seinen Rücktritt forderten, wurde am Donnerstag auch im konservativen Regierungslager eine klare Stellungnahme verlangt.
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Die Kritik bezieht sich auf das Buch „La mauvaise vie“ („Das schlechte Leben“), das der im Sommer ernannte Kulturminister 2005 herausgebracht hatte. Es geht in dem „autobiografisch inspirierten Roman“ um Erfahrungen des Ich-Erzählers auf Lustreisen in Asien; unklar ist aber, was der offen homosexuelle Mitterrand tatsächlich erlebt und was er sich ausgedacht hat. Der parteilose Minister – ein Neffe des früheren sozialistischen Staatschefs François Mitterrand – hatte bei Erscheinen des Buches zugegeben, sexuelle Erfahrungen mit „Jungen“ in Asien gemacht zu haben.
Sozialistensprecher Benoît Hamon sagte am Mittwochabend, sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen sei „nicht zu rechtfertigen“ und „nicht hinnehmbar“. Staatschef Nicolas Sarkozy und Premierminister François Fillon müssten entscheiden, ob Mitterrand gehen müsse oder nicht. Zuvor hatte schon die rechtsextreme FN den Rücktritt des 62-Jährigen gefordert.
Präsidentenberater Henri Guaino verteidigte den Minister gegen die „unwürdige“ Kritik der Rechtsextremen. „Ich verstehe nicht, wo das Problem ist“, sagte Guaino im Fernsehsender France 2. „Es geht nicht um Tatsachen, er hat ein Buch geschrieben.“ Im Übrigen habe sich niemand aufgeregt, als Mitterrands Buch erschienen sei.
Arbeitsminister Xavier Darcos forderte dagegen eine klare Stellungnahme Mitterrands. Dieser könne auf die Vorwürfe nicht „nur mit Entrüstung“ reagieren, sondern müsse sie sachlich entkräften. Rechtlich werde Mitterrand zwar nichts vorgeworfen. Es gehe aber um sein „moralisches Verhalten“, und darauf müsse der Minister antworten. Mitterrand wollte sich in den Abendnachrichten zu den Vorwürfen äußern.
Die Front National räumte ein, sie habe gezielt nach Material gegen Mitterrand gesucht, nachdem dieser sich jüngst für den französisch-polnischen Filmemacher Roman Polanski stark gemacht hatte. Mitterrand hatte Polanskis Verhaftung als „absolut schrecklich“ bezeichnet und mit Blick auf die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Regisseur von einer „alten Geschichte“ gesprochen.
Der ebenfalls bekennend homosexuelle Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, nahm Mitterrand in Schutz. Der Minister mache keinesfalls Werbung für Sextourismus, wie die Rechtsextremen nun behaupteten, schrieb das sozialistische Stadtoberhaupt in seinem Internettagebuch. Vielmehr beschreibe er „die Sackgasse, in die jede bezahlte Beziehung führt“.
Mitterrands Buch beschreibt unter anderem eine Szene in einem thailändischen Bordell, in dem sich junge Stricher vor Ausländern präsentieren, sowie eine Szene in Indonesien, in der sich der Erzähler einen Jungen für Liebesdienste kauft. „Geld und Sex, damit bin ich im Herzen meines Systems, das endlich funktioniert, denn ich weiß, dass man mich nicht abweisen wird“, sagt der Erzähler in dem Buch.
















