20.07.13

Krönung Belgien feiert Thronwechsel - Albert II. gibt Macht ab


Königin Paola, König Albert II., Kronprinz Philippe und Prinzessin Mathilde (v.l.n.r.)

Foto: Olivier Hoslet / dpa

Königin Paola, König Albert II., Kronprinz Philippe und Prinzessin Mathilde (v.l.n.r.) Foto: Olivier Hoslet / dpa

Belgiens König Albert II. ist gerne nah beim Volk. Die Menschen jubeln ihm zum Abschied zu. Nachfolger Philippe hält eine kurze Rede. Auf den neuen Monarchen warten viele Herausforderungen.

Brüssel. Mit einem Konzert und einem Volksfest haben die Veranstaltungen zum belgischen Thronwechsel und zum Nationalfeiertag begonnen. Der scheidende König Albert II. (79) wurde im Herzen Brüssels von der Menge umjubelt. "Merci (Danke) Albert", riefen die Menschen bei der traditionellen Musikveranstaltung "Bal National" im Marollenviertel.

An der Seite des Monarchen waren am Sonnabendabend Königin Paola sowie Thronfolger Prinz Philippe (53) und dessen Frau Prinzessin Mathilde. Albert II. wird an diesem Sonntag nach knapp 20 Jahren auf dem Thron die Macht an Philippe übergeben.

Zuvor hatte die königliche Familie ein klassisches Konzert im Palast der Schönen Künste besucht. Auch dort gab es viel Beifall. Philippe ergriff das Wort und hob den Humor und die Musikleidenschaft seines Vaters hervor. "Sire (offizielle Anrede), Papa, mit Ergriffenheit feiern wir das Ende Ihre Herrschaft." Als Überraschung gab es eine humorvolle Vorstellung des Musikerduos "Framboise Frivole".

Philippe wird am Sonntag der siebte König der Belgier werden und vor dem Parlament den Amtseid leisten. Zuvor wird Albert offiziell abdanken. Belgische Medien hoben hervor, dass der Wachwechsel an der Spitze des Staates geordnet verläuft und nicht – wie häufig in der Geschichte des Landes – von Krisen begleitet ist. US-Außenminister John Kerry begrüßte den "historischen Übergang" von der Herrschaft Alberts zu der von Philippe.

Albert II. verabschiedete sich in seiner letzten Ansprache zum Nationalfeiertag. Er mahnte die Belgier, keine Spaltung des Landes zuzulassen. "Ich bin davon überzeugt, dass es lebenswichtig ist, den Zusammenhalt unseres föderalen Staates zu bewahren."

In dem Königreich driftet der reiche Norden mit Niederländisch sprechenden Flamen und der ärmere Süden mit französischsprachigen Wallonen zunehmend auseinander. Nach den Parlamentswahlen 2010 gab es 541 Tage lang keine gewählte Regierung – ein Weltrekord. Albert vermittelte in der Krise unermüdlich zwischen den zerstrittenen politischen Lagern.

Am Sonntag sind unter anderem ein Gottesdienst, eine Militärparade und ein Feuerwerk geplant. Pompöse Auftritte mit zahlreichen gekrönten Häuptern – wie zuletzt beim Thronwechsel in den Niederlanden – werden ausbleiben.