21.02.13

Lebensmittel-Skandal

Labortests zu Pferdefleisch in Niedersachsen negativ

Pferdefleisch oder doch nur Rind? Dutzende Kontrollen von Fertigprodukten in Niedersachsen haben bislang keine Auffälligkeiten ergeben.

Foto: dpa
Landeslabor untersucht Fleischproben auf Pferdefleisch
Laboruntersuchungen von Fertiggerichten verliefen in Niedersachen negativ

Hannover/Göttingen. Im Pferdefleisch-Skandal haben die Ermittlungen von Justiz und Verbraucherschutz in Niedersachsen zunächst keinen weiteren Etikettenschwindel ans Tageslicht gebracht. Die zentral für Lebensmittelverstöße zuständige Staatsanwaltschaft in Oldenburg ermittele weiterhin nur gegen ein Fleischunternehmen aus dem Kreis Vechta, teilte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag mit. Die Ermittlungen in dem Fall dauerten an.

Laboruntersuchungen von Fertiggerichten durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) verliefen negativ. In den zunächst untersuchten 86 Proben wurde nichts verbotenes entdeckt, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Kontrolleure hatten in Geschäften Hacksteaks, Rindergeschnetzeltes, Spaghetti Bolognese sowie Hamburger, Frikadellen und Fleischklößchen zur Untersuchung auf nicht gekennzeichnetes Pferdefleisch mitgenommen.

Falsch deklarierte Lebensmittel mit Pferdefleisch sollten nicht vernichtet, sondern an Bedürftige abgegeben werden, forderte unterdessen der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer aus Göttingen. Bundesweit seien allein rund 1,5 Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen. Angesichts der vielen Bedürftigen in Deutschland dürften nicht in großem Umfang hochwertige Lebensmittel vernichtet werden, erklärt der frühere niedersächsische CDU-Generalsekretär.

Er forderte die Lebensmittelbranche auf, die wegen Falschdeklarierung eingezogenen Lebensmittel "nicht aus vorauseilendem Gehorsam und Panikmache zu vernichten". Es handele sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln mit Pferdefleisch um hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel. "Diese sind umfassend weiter für den Verzehr geeignet." Sie sollten nach einer Neudeklarierung Hilfsorganisationen und Bedürftigen zur Verfügung gestellt werden.

(dpa)
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