20.02.13

Südafrika

Illegale Waffen und Testosterone bei Pistorius gefunden

Die Polizei ist gegen eine Freilassung des Mordverdächtigen Pistorius auf Kaution. Ermittler schließen eine Flucht ins Ausland nicht aus.

Foto: REUTERS/ZGBZGH
"Blade Runner" Oscar Pistorius awaits the start of court proceedings in the Pretoria Magistrates court
Die Ermittlungsbehörden im Mordfall von Oscar Pistorius sind gegen eine Freilassung des Beschuldigten auf Kaution

Pretoria. Die Möglichkeit einer Freilassung des mordverdächtigen Paralympics-Stars Oscar Pistorius wird immer unwahrscheinlicher. Der leitende Polizeiermittler Hilton Botha warnte am Mittwoch vor dem Magistratsgericht in Pretoria vor einer Freilassung, weil Fluchgefahr bestehe. Der 26-jährige Pistorius, der von der Staatsanwaltschaft des Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp (29) beschuldigt wird, besitze ausländische Konten und habe eine Immobilie in Italien, sagte Botha.

Im Haus von Pistorius sei am Donnerstag vergangener Woche neben der Tatwaffe, einer angemeldeten 9-Millimeter-Pistole, auch eine andere, nicht polizeilich gemeldete Waffe gefunden worden. Deshalb werde Pistorius auch wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt. In seinem Haus seien zudem zwei Kartons mit Testosterone und Spritzen entdeckt worden, sagte Botha. Südafrikanische Zeitungen hatten berichtet, dass im Hause des Profisportlers Dopingmittel gefunden worden seien.

Pistorius' Anwalt Barry Roux betonte, bei den gefundenen Substanzen handele es sich um ein pflanzliches Arzneimittel. Dieses würden viele Athleten benutzen, und es sei nicht verboten.

Botha berichtete, er sei am Donnerstagmorgen um 04.15 Uhr am Tatort eingetroffen, wo er Reeva Steenkamp tot im Erdgeschoss gefunden habe. Sie sei mit Shorts und schwarzem Hemd bekleidet gewesen. Ein Rechtsanwalt und der Bruder des Beschuldigten seien auch da gewesen.

Die Staatsanwaltschaft versuchte am zweiten Tag der Anhörung vor dem Magistratsgericht weiter, die Darstellungen von Pistorius zu entkräften. Der 26-Jährige behauptet, seine Freundin versehentlich erschossen zu haben. Er habe in der Nacht gemeint, ein Einbrecher befinde sich hinter der verschlossenen Badezimmertür.

Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft entschieden und meint, Pistorius habe geplant und gezielt seine Freundin ermordet. Vor den tödlichen Schüssen gab es nach Angaben des Staatsanwalts einen Streit zwischen dem Paar. Für diese heftige Auseinandersetzung werde er einen Zeugen präsentieren, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch.

Die Anwälte des Beschuldigten streben vor dem Magistratsgericht die Freilassung ihres Mandanten auf Kaution an. Allerdings hatte das Gericht am Dienstag, dem ersten Tag der Anhörung, bereits die Klage der Staatsanwaltschaft auf "vorsätzlichen Mord" zugelassen. Bei dem Schweregrad eines solchen Falles wird in Südafrika selten jemand auf Kaution freigelassen. Eine Entscheidung wurde für Mittwoch erwartet, möglicherweise aber auch erst am Donnerstag.

Sollte die Anhörung in dem Mordfall auch noch am Donnerstag fortgesetzt werden, wird der Richter erneut entscheiden müssen, wo Pistorius inhaftiert wird. Bisher ist er in einer Zelle des Brooklyn-Polizeireviers in Pretoria untergebracht. Üblicherweise werden Mordverdächtige in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.

(dpa)
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