08.02.13

Wiener Opernball

Harald Glööckler: "Schönster Ball, den ich je erlebt habe"

Viele Stars und kaum Streit auf dem Opernball. Glööckler sorgte mit seiner Ankunft in einer Pferdekutsche für den spektakulärsten Moment.

Von Miriam Bandar und Sandra Walder
Foto: dpa

Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh (l.) und Hilary Swank

25 Bilder

Wien. Mit vielen Stars und ohne Skandale hat Wien seinen 57. Opernball gefeiert. "Wie aus einer anderen Zeit" beschrieben internationale Besucher wie die Oscar-Preisträgerinnen Mira Sorvino (45), Hilary Swank (38) und Italo-Diva Gina Lollobrigida (85) das festliche Treiben am Donnerstagabend in der Staatsoper. Österreichs Vergangenheit fühlte sich wohl auch Designer Harald Glööckler verpflichtet, der seinen Auftritt ganz im imperialen Stil inszenierte.

Mit seiner Ankunft in einer von sechs weißen Pferden gezogenen Kutsche sorgte Glööckler für den wohl spektakulärsten Moment – dabei hatte der Opernball noch nicht begonnen. Er hielt sich zwar an die strenge Frackpflicht, verzierte diesen wie auch sein Gesicht aber über und über mit Glitzersteinchen. Auf die Frage, ob die Steine wertvoll seien, antwortete der Designer: "Wenn sie in meinem Gesicht sind, sind sie sehr wertvoll." Begleitet wurde Glööckler von Xenia Prinzessin von Sachsen, die er mit pinkfarbenem Kleid, brauner Zopfperücke und Glitzersternen im Haar als stilisierte Kaiserin Sisi eingekleidet hatte. "Das ist der schönste Ball, den ich jemals erlebt habe", jubelte Glööckler später. Er sehe überall nur Prinzessinnen und hübsche Damen.

"Es fühlt sich an, als wäre man in die Vergangenheit gereist", staunte Hollywoodstar Swank über das durchkomponierte Gesellschaftsereignis im Dreivierteltakt. Sie kam im nudefarbenen Pailettenkleid von Elie Saab. "Es ist wie vor 100 Jahren" befand auch Lollobrigida in schwarzem Kleid mit auffällig rotem Cape. Sorvino fühlte sich dagegen in ein Bild eines impressionistischen Malers versetzt: "Es ist alles wie aus einer anderen Zeit." Sie wagte sich mit ihrem Mann später sogar auf die Tanzfläche und verriet, dass sie halb Italienerin und zu einem Achtel Deutsche sei.

Selbst der nicht immer gern gesehene Opernball-Dauergast Richard Lugner (80) gab sich in diesem Jahr ungewohnt gediegen: Verärgerte er die feine Wiener Gesellschaft in der Vergangenheit noch mit Gästen wie Pamela Anderson oder der Berlusconi-Bekannten Karima el-Mahroug alias "Ruby", hatte er mit Lollobrigida erstmals eine Frau in seinem Alter dabei. Auf die auf seine bezahlte Einladung erschienene Sorvino wurde gern gesehen.

Mit den fehlenden Skandalen ging die Rechnung von Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh auf: Sie versucht das Image des Staatsballs seit Jahren weg vom Spektakel hin zur Hochkultur zu verändern. Schrecksekunde war für die Adelige im brombeerfarbenen Kleid nur die Eröffnung, wo sie mit gedrückten Daumen die ungewöhnlich schnelle Choreographie der 144 Debütantenpaare in schwarzem Frack und weißem Kleid verfolgte. Bei der Show mit Ballett und Gesang verzichtete Staatsoperndirektor Dominique Meyer bewusst auf große Namen und stellte das Ensemble in den Vordergrund. So durften die Künstler der Oper auch gemeinsam das Eröffnungskommando "Alles Walzer" rufen.

Weitere Promis unter den rund 5000 Gästen waren unter anderem Ex-Tennisprofi Thomas Muster (45) und der britische Sänger Paul Potts (42). Er werde vermutlich nicht tanzen, bekannte der Castingshow-Star: "Meine Tanzkünste sind noch schlechter als mein Deutsch." Walzerfreudiger zeigte sich Model Franziska Knuppe (38) im edlen schwarzen Spitzenkleid: "Ich kann die Schleppe hochbinden und habe dann mehr Bewegungsfreiheit."

Neben Köchin Sarah Wiener kam auch Kollege Johann Lafer, dessen Tochter Jennifer unter den Debütanten war: "Ich habe schon zwei große Gläser Cognac getrunken, weil ich wahrscheinlich nervöser bin als sie", gestand der Starkoch. Aus der Politik kamen unter anderem der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger.

Der Wiener Opernball in Zahlen

Jedes Jahr im Februar verwandelt sich die Wiener Staatsoper in einen prunkvollen Ballsaal.

Das Haus wird für den Opernball mit 50.000 Blumen geschmückt.

Eine Eintrittskarte kostet 250 Euro.

Für eine eigene Loge müssen Besucher bis zu 18 500 Euro locker machen.

Für die kulinarische Verpflegung sorgen rund 280 Menschen.

Dafür sind über 800 Flaschen Sekt und Champagner sowie 900 Flaschen Wein eingekühlt.

Zur Stärkung gibt es 800 Portionen Gulaschsuppe, 1800 Paar Würstel und 1000 Stück Petits Fours und Sandwiches.

Der Umbau des Zuschauerraumes dauert nach Angaben der Staatsoper 30 Stunden.

Dabei kommen etwa 350 Facharbeiter und 150 Hilfskräfte zum Einsatz.

Für die Sicherheit sorgen 250 Wachleute.

 120 Musiker spielen in acht verschiedenen Ballbereichen.

Die traditionelle Eröffnung übernehmen 144 Debütantenpaare.

Für die Oper ist der Ball finanziell ein Gewinn: Ausgaben von 2,3 Millionen Euro stehen 3,4 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber.

Am Tag danach gehört die Oper traditionell den Kindern: Vormittags spielen die Wiener Philharmoniker für 7000 kleine Zuschauer je zwei Vorstellungen einer kindgerechten Form der Mozart-Oper "Die Zauberflöte".

(dpa)

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