07.02.13

Promis tanzen Walzer

Sisi-Chic, Stars und Stil: Wiener Opernball 2013

Die Organisatorin möchte eigentlich ihr Event vom Kitsch-Spektakel-Image befreit sehen. Doch heute treffen Lugner und Glööckler aufeinander.

Foto: dpa
Harald Glööckler beim Wiener Opernball
Designer Harald Glööckler will dem Wiener Opernball mit einem Auftritt im Stil von Kaiserin Sisi imperialen Glanz verleihen

Wien. Hollywood und Glööckler beim Ball in Wien: Der deutsche Designer Harald Glööckler (47) hat angekündigt, dem Wiener Opernball mit einem Auftritt im Stil von Kaiserin Sisi imperialen Glanz zu verleihen. Dauergast Richard "Mörtel" Lugner (80) zeigte sich nach Gästen wie Paris Hilton, Pamela Anderson und der Berlusconi-Bekannten Karima el-Mahroug alias "Ruby" diesmal seriös: Seiner bezahlten Einladung folgten Filmlegende Gina Lollobrigida (85) und Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino (45) nach Wien.

Weitere Promis unter den rund 5000 Gästen des Höhepunkts des Wiener Faschings sollten am Donnerstagabend in der Staatsoper unter anderem Oscar-Preisträgerin Hilary Swank (38), Schauspieler Maximilian Schell (82), Ex-Tennisprofi Thomas Muster (45), Fernsehkoch Johann Lafer (55) und Model Franziska Knuppe (38) sein.

Aus der Politik hatten unter anderem der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer, der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger ihr Kommen angekündigt.

Sie sei zum ersten Mal beim Opernball, sagte Knuppe im Vorfeld der österreichischen Nachrichtenagentur APA: "Ich kann Walzer, allerdings war meine letzte Tanzstunde vor 20 Jahren." Als Werbeträgerin einer Unterwäschemarke sei der Besuch für sie zwar etwas ganz Besonderes, aber auch Arbeit. Ihr Mann sei nicht dabei, deshalb habe sie keinen Tanzpartner: "Ich schaue mal: Vielleicht spricht mich jemand an. Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm."

"Wir reisen in einer kaiserlichen Kutsche an, die von sechs prachtvollen Pferden gezogen und von sechs Lakaien in Rokoko-Kostümen sowie zehn Bodyguards begleitet wird", hatte Glööckler seinen großen Auftritt angekündigt. Als Begleitung wollte er unter anderem Xenia Prinzessin von Sachsen mitnehmen, die er in ein Sisi-Kleid stecken wollte. Zudem sollten danach sein Lebensgefährte Dieter Schroth sowie Michael und Brigitta von Preußen mitkommen.

Bei Ball-Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh (48) hatte deren Traumgast allerdings nicht um eine Karte für den 57. Opernball gebeten: Das wäre die britische Herzogin Kate gewesen. "Wenn ich mir einen Gast wünschen könnte, dann wäre es so jemand: jung, aber doch mit Stil. Der das Moderne verkörpert, aber doch das Traditionelle nicht verlassen hat", sagte Treichl-Stürkgh im Vorfeld der APA.

Bei der Eröffnung mit Ballett und Gesang wollte Staatsoperndirektor Dominique Meyer bewusst auf große Namen verzichten und sein Ensemble in den Mittelpunkt stellen. Auf dem Programm standen Valentina Nafornita mit "Quando M'en Vo'" aus der Oper La Boheme, Adam Plachetka mit "Fin Ch'han Dal Vino" aus der Mozart-Oper Don Giovanni. Gemeinsame singen sie das Liebeslied "Lippen Schweigen". Sie sollten von den Wiener Philharmonikern unter Peter Schneider begleitet werden.

Eigentlich sollte der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst, am Pult stehen. Er erkrankte aber kurzfristig. Unter den 144 jungen Debütantenpaaren in weißem Kleid und Frack wollte sich auch Lafer-Tochter Jennifer im Dreivierteltakt drehen.

Der Wiener Opernball in Zahlen

Jedes Jahr im Februar verwandelt sich die Wiener Staatsoper in einen prunkvollen Ballsaal.

Das Haus wird für den Opernball mit 50.000 Blumen geschmückt.

Eine Eintrittskarte kostet 250 Euro.

Für eine eigene Loge müssen Besucher bis zu 18 500 Euro locker machen.

Für die kulinarische Verpflegung sorgen rund 280 Menschen.

Dafür sind über 800 Flaschen Sekt und Champagner sowie 900 Flaschen Wein eingekühlt.

Zur Stärkung gibt es 800 Portionen Gulaschsuppe, 1800 Paar Würstel und 1000 Stück Petits Fours und Sandwiches.

Der Umbau des Zuschauerraumes dauert nach Angaben der Staatsoper 30 Stunden.

Dabei kommen etwa 350 Facharbeiter und 150 Hilfskräfte zum Einsatz.

Für die Sicherheit sorgen 250 Wachleute.

 120 Musiker spielen in acht verschiedenen Ballbereichen.

Die traditionelle Eröffnung übernehmen 144 Debütantenpaare.

Für die Oper ist der Ball finanziell ein Gewinn: Ausgaben von 2,3 Millionen Euro stehen 3,4 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber.

Am Tag danach gehört die Oper traditionell den Kindern: Vormittags spielen die Wiener Philharmoniker für 7000 kleine Zuschauer je zwei Vorstellungen einer kindgerechten Form der Mozart-Oper "Die Zauberflöte".

(dpa)

(dpa)
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