04.02.13

Sexuelle Gewalt Todesstrafe: Indien verschärft Strafen für Vergewaltiger

Peinigern der ermordeten Inderin droht der Strang

Foto: dpa

Peinigern der ermordeten Inderin droht der Strang Foto: dpa

Kurz vor Prozessbeginn gegen fünf mutmaßliche Vergewaltiger einer Inderin beschließt die Regierung härtere Strafen für sexuelle Gewalttäter.

Neu Delhi. Unmittelbar vor Beginn des Prozesses gegen fünf mutmaßliche Vergewaltiger einer Studentin sind in Indien die Strafen für sexuelle Gewalttäter verschärft worden. Das Innenministerium in Neu Delhi veröffentlichte am Montag eine entsprechende Rechtsverordnung, die ab sofort gilt. Demnach ist für Vergewaltiger eine Haftstrafe von mindestens 20 Jahren bis lebenslang oder die Todesstrafe vorgesehen, wenn das Opfer an den Folgen der Tat stirbt oder dauerhaft im Koma liegt.

Am morgigen Dienstag beginnt in Neu Delhi der Prozess gegen fünf Inder wegen Vergewaltigung einer Studentin. Die junge Frau starb an den Folgen. Ihnen wird auch Mord vorgeworfen. Ihr Fall hatte im In- und Ausland für Empörung gesorgt. In Indien begannen noch nie dagewesene Proteste und eine breite Diskussion über die Rechte der Frau.

Indiens Präsident Pranab Mukherjee hatte die Verordnung am Sonntag unterzeichnet, nachdem sie am Freitag vom Kabinett gebilligt worden war. Die neuen Regeln müssen innerhalb von sechs Monaten noch vom Parlament bestätigt werden. Frauenrechtsgruppen, die die Todesstrafe für alle Vergewaltiger fordern, bezeichneten die Änderungen laut der Nachrichtenagentur IANS als "großen Witz". Vergewaltigung in der Ehe gilt weiterhin nicht als Straftat.

((dpa))