29.01.13

Alarm

Flusssäure-Attacke auf Bus-Haltestelle in Berlin

Die ätzende Flüssigkeit wurde an den Scheiben einer Haltestelle entdeckt. Schülerin am Arm verletzt, ein 28-Jähriger im Krankenhaus.

Foto: dpa
Falscher Säurealarm am Alex
Ein Polizeiwagen hindert Fahrzeuges in Berlin auf der Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz an der Weiterfahrt. Am Berliner Alexanderplatz wurde Flusssäure an einer Haltestelle entdeckt

Berlin. Säure-Alarm am Berliner Alexanderplatz: Zwei Männer und ein zwölfjähriges Mädchen sind am Dienstag verletzt worden, nachdem sie an Bus- oder Straßenbahnhaltestellen mit ätzender Flusssäure in Kontakt gekommen waren. Auf einigen Scheiben an Haltestellen seien Rückstände der Säure nachgewiesen worden, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Zuvor hatte sie Berichte zurückgewiesen, nach denen Flusssäure die Ursache für die Verletzungen sei.

Am Morgen waren die Beamten in Berlin-Mitte zu einem mehrstündigen Einsatz ausgerückt. Zwei Mitarbeiter einer Firma hatten sie zu einer Straßenbahnhaltestelle an der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße Ecke Memhardtstraße gerufen und über Atemwegsreizungen geklagt. Die beiden 28 und 62 Jahre alten Männer kamen ins Krankenhaus. Der Ältere wurde ambulant behandelt, der Jüngere musste zur Beobachtung in der Klinik bleiben.

Gegen 11.30 Uhr meldete sich die Mutter einer Zwölfjährigen. Die Schülerin berichtete von Schmerzen im Arm, nachdem sie an einer Bushaltestelle an der Marienkirche in eine Flüssigkeit auf einer Sitzbank gegriffen hatte. Das Mädchen wurde im Krankenhaus ambulant behandelt und dann nach Hause entlassen.

In der Zwischenzeit hatten Experten einige Scheiben aus dem Straßenbahnhäuschen begutachtet. Der Verdacht auf eine Beschädigung durch Flusssäure bestätigte sich zunächst nicht. Erst im Labor ließen sich "geringe Mengen" der Säure nachweisen, teilte die Polizei am Nachmittag mit.

Flusssäure ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit, die stark ätzend ist und Haut und Atemwege angreift. Gefürchtet ist sie unter anderem bei Betreibern von öffentlichen Verkehrsmitteln, weil sie häufig von sogenannten Scratchern benutzt wird, um Symbole in die Scheiben zu ätzen.

Aus Sicherheitsgründen waren die vermeintlich betroffenen Haltestellen am Morgen vorübergehend abgesperrt worden. Damit sollte laut Polizei verhindert werden, dass sich Fahrgäste verletzen. Die Straßenbahnen fuhren durch, Busse hielten etwas entfernt von den Häuschen. Die Haltestellen wurden laut BVG gereinigt, zwei Scheiben ausgetauscht.

Über weitere Verletzungen und Schäden sei bislang nichts bekannt, heißt es von der Polizei. Die Beamten stellten Anzeigen gegen Unbekannt wegen des Freisetzens von Giften, Sachbeschädigung und Körperverletzung.

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