29.01.13

Brasilien

Feuertragödie von Santa Maria entfacht Sicherheitsdiskussion

Die Brandkatastrophe im Nachtclub hat in Brasilien eine Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen ausgelöst. Diskotheken werden überprüft.

Foto: AFP

Einen Tag nach der Brandkatastrophe haben in der Disco "Kiss" die Aufräumarbeiten begonnen

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Porto Alegre/Brasília. Die Feuertragödie mit mehr als 230 Toten in einem Nachtclub hat in Brasilien eine Diskussion über die Sicherheitsstandards in Diskotheken ausgelöst. In mehreren Städten des Landes wurde in den Behörden über stärkere Kontrollen der Clubs beraten. Präsidentin Dilma Rousseff sagte: "Angesichts einer solchen Tragödie müssen wir sicherstellen, dass sich so etwas nie wiederholt." Das Feuer war am Wochenende in der Diskothek "Kiss" in Santa Maria im Süden Brasiliens ausgebrochen.

Für die Sicherheit der Zuschauer bei der Fußballweltmeisterschaft 2014 sieht sich Brasilien gut gerüstet. Sportminister Aldo Rebelo erinnerte an die Großveranstaltungen etwa beim Karneval oder an Silvester in Rio de Janeiro mit Millionen Teilnehmern. Brasilien sei es gewohnt, große Events mit Sicherheits- und Organisationsstandards auszurichten. "Ein Unfall, wie schrecklich er auch sein mag, wird das Bild Brasiliens in der Welt nicht verändern."

Die Polizei geht davon aus, dass eine pyrotechnische Show-Einlage einer Band den Brand auslöste. Dieser Darstellung widersprachen aber am Dienstag in einer Vernehmung einige Mitglieder der Band. Sie sagten aus, dass die Leuchtfackeln kein Feuerwerkspulver enthielten und deshalb auch kein Feuer hätten entzünden können, gab Staatsanwältin Valeska Agostini die Aussage wieder. "Sie sagten, dass sie dies schon bei anderen Auftritten genutzt hätten, selbst in der selben Disco." Die Besitzer des Clubs erklärten, sie hätten keine pyrotechnische Show erlaubt.

Nach Angaben der Musiker soll ein Kurzschluss in Kabeln an der Decke zu dem Feuer geführt haben. Die Ermittlungen laufen weiter. Die beiden Besitzer der Diskothek sowie zwei Bandmitglieder wurden vorläufig festgenommen. Die Untersuchungshaft dauert zunächst fünf Tage, kann aber verlängert werden. Einer der Besitzer ist wegen einer Rauchvergiftung im Hospital, wird aber dort von Polizisten bewacht.

Am späten Montagabend gedachten tausende Menschen in der Universitätsstadt Santa Maria mit einem Trauermarsch der Opfer. Die meisten Menschen waren weiß gekleidet und trugen Bilder der Verstorbenen bei sich. Während des Marsches spielten Studenten auf Violinen. Alle zwei Minuten stoppte der Zug für Applaus zum Gedenken an die Opfer. Nach unterschiedlichen Angaben nahmen 15 000 bis 30 000 Menschen an der Aktion teil.

Auch am Dienstag lagen nach offiziellen Angaben noch über 100 Menschen vor allem mit Rauchvergiftungen in Krankenhäusern. 75 von ihnen sind nach Behördenangaben in einem kritischen Zustand.

(dpa)
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