28.01.13

Internet

Facebook-Nachricht an die Deutsche Bahn löst Dialog aus

Franzi aus Jüterbog, seit Jahren treue, aber enttäuschte Bahnkundin, hatte ihrem Verkehrsmittel via Facebook die Trennung erklärt.

Foto: pa/dpa
DB-Nahverkehr
Nicht immer zuverlässig: Die Deutsche Bahn

Jüterbog/Berlin. Zu oft verspätet, Beziehung beendet: Der originelle Brief einer Brandenburgerin über eine enttäuschte Liebe an die Deutsche Bahn ist zum Renner im Internet geworden. Mittlerweile machen die poetischen Zeilen auf Facebook in ganz Deutschland die Runde, am Montag hatte die Seite über 3100 Fans.

Franzi aus Jüterbog (Teltow-Fläming), seit Jahren treue Bahnkundin, hatte ihrem Verkehrsmittel via Facebook die endgültige Trennung erklärt. Grund seien die vielen Störungen und Verspätungen - zuletzt "bei klirrender Kälte", schrieb Franzi auf der Facebookseite der Deutschen Bahn. Jetzt habe sie einen neuen Freund kennengelernt. "Er nennt sich Opel und ist immer für Dich da."

Die Reaktion der verlassenen Bahn auf Franzis Brief ließ nicht lange auf sich warten. "Es tut mir so leid", antwortete "DB Bahn" nur 17 Minuten später und gelobte Besserung. "Ich weiß, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler gemacht habe und nicht immer pünktlich bei unseren Treffen war", gestand DB Bahn ein. "Vielleicht gibst Du mir aber noch einmal die Möglichkeit, Dir zu zeigen, wie viel Du mir bedeutest." Der anschließende Briefwechsel ist noch im Gange, viele andere Bahnkunden haben sich in die Diskussion auf der Bahn-Facebookseite eingeschaltet.

Franzi aus Jüterbog zeigte sich erfreut über die große Resonanz auf ihre Idee, einmal auf humorvolle Art Kritik an unpünktlichen Zügen zu äußern. "Liebe Leidensgenossen, Opelfreunde, Avancenmacher und Miesepeter, ich bin zutiefst gerührt von so viel Anteilnahme", erklärte sie. Auch ein Bahnsprecher sprach von einem "Erfolg". Soziale Medien seien eine "eine wichtige Form des Kundendialogs".

Denn der Konzern hat auch schlechte Erfahrungen mit sozialen Medien gemacht. 2010 bewarb das Unternehmen ein neues Ticket ("Chef-Ticket") auf seiner Facebook-Seite – und löste damit einen sogenannten Shitstorm in der Netzgemeinde aus. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, um ihrem Ärger über die Deutsche Bahn Luft zu machen. Nach dem PR-Debakel professionalisierte der Konzern seine Präsenz in sozialen Netzwerken.

(dpa)
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