25.01.13

München

Mord wegen Wohnung: Mutmaßlicher Täter in Psychiatrie

Anfang des Jahres wird eine 31-Jährige in München mit 18 Messerstichen ermordet. Der festgenommene 19-Jährige ist vermutlich psychisch krank.

Foto: dpa
Verdächtiger nach Mord an 31-Jähriger festgenommen
Im Eingangsbereich des Hauses im Stadtteil Obersendling wo eine 31-jährige Frau von einem 19-Jährigen erstochen wurde, stehen Kerzen

München. Drei Wochen nach dem Mord an einer 31-jährigen Frau in München hat die Polizei einen 19-Jährigen als mutmaßlichen Täter festgenommen. Er habe die Tat weitgehend gestanden, sagte der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus, am Freitag.

Der mutmaßliche Täter, der noch bei seinen Eltern wohnt, stammt aus der Nachbarschaft des Opfers, doch die beiden kannten sich allem Anschein nach nicht. Die Polizei nimmt deshalb an, dass der Schüler zwar mit Mordabsichten loszog, die Frau aber spontan auswählte. "Sie war ein reines Zufallsopfer", sagte Kraus. Nach seiner Festnahme am Donnerstag habe der vermutlich psychisch kranke junge Mann erklärt, er habe sich durch den Mord eine Wohnung verschaffen wollen.

Die brutale Tat hatte den Ermittlern zunächst Rätsel aufgegeben. Die aus Großdubrau (Sachsen) stammende Verlagsangestellte war am 4. Januar gegen 21.00 Uhr im Treppenhaus ihres Wohnhauses mit 18 Messerstichen ermordet worden. Der Täter hatte das Haus wohl gemeinsam mit seinem Opfer betreten. "Da die Frau Kopfhörer trug und Musik hörte, hat sie ihn vermutlich erst bemerkt, als es zu spät war", sagte Kraus. Die Frau erlag noch am Tatort ihren Verletzungen, die abgebrochene Klinge des Messers lag neben ihr.

Einen Raubüberfall oder eine Sexualstraftat schloss die Polizei rasch aus. Den Hinweis auf den mutmaßlichen Täter lieferte den ermittelnden Beamten ein Kollege. Ihm war der Verdächtige, der zum Tatzeitpunkt noch 18 Jahre alt war, im Rahmen anderer Ermittlungen aufgefallen, weil dieser Gewaltfantasien geäußert hatte. "Das wurde damals als Geprotze gewertet", sagte Kraus.

Nachdem der 19-Jährige auf eine Vorladung nicht reagiert hatte, suchte die Polizei ihn in der Wohnung seiner Eltern auf. Dabei fanden die Beamten einen abgebrochenen Messergriff, der zu der Klinge vom Tatort passte. Der junge Mann deutete daraufhin sofort an, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Außerdem stimmte seine Speichelprobe mit DNA-Material vom Tatort überein.

Der Verdächtige wurde am Freitag von einem Psychiater untersucht. Zum möglichen Krankheitsbild wollte die Polizei vorläufig keine Angaben machen. Am Nachmittag wurde der 19-Jährige einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen sogenannten Unterbringungsbefehl und verfügte die Einweisung des Mannes in eine psychiatrische Klinik.

(dpa)
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