24.01.13

Winterwetter Kalt, kälter, eisig – Bis zum Wochenende bleibt es frostig

Deutschland bleibt erstmal tiefgefroren. Das Eis auf den Gewässern bremst vielerorts die Schifffahrt aus. Nächste Woche wird es dann wärmer.

Berlin/Stralsund/Offenbach. Deutschland bleibt vorerst tiefgefroren. Strenger Frost macht sich besonders nachts breit. Eine Wetterumstellung mit milderen Temperaturen beginnt allmählich am Wochenende – zunächst muss aber noch mit Eisregen und spiegelglatten Straßen gerechnet werden. "Eisregen heißt, dass es wärmer wird, sonst würde es schneien", sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach. Der Niederschlag fällt fast überall auf gefrorenen Boden. Am Sonntag wird es im Westen mit Temperaturen bis zu vier Grad über dem Gefrierpunkt allmählich wärmer, in der Nacht zum Montag auch im Osten. "Dann setzt sich von Tag zu Tag mildere Luft durch", versprach Beyer.

"Ski und Rodel gut" heißt es im nördlichsten Skisprunggebiet Deutschlands in Ostbrandenburg. Die natürliche Schneedecke wurde in Bad Freienwalde mit Schneekanonen extra noch "aufgestockt". "Wir haben jetzt 40 bis 50 Zentimeter Schnee", sagte Dieter Bosse, 1. Vorsitzender des Wintersportvereins 1923 Bad Freienwalde. Kleine und große Wintersportfreunde können nun auf einer 100 Meter langen Rodelbahn ins Tal flitzen, von vier Schanzen springen, sich im Slalomfahren üben oder auch wie Langläufer durch die winterliche Landschaft skaten.

+++ Alstereisvergnügen - aber nur zum Anschauen +++

Der Dauerfrost hat auch Deutschlands größten See – die Müritz - und das Stettiner Haff zufrieren lassen."Wir haben zwischen der Sietower Bucht und dem Eldenburger Kanal von der Müritz zum Kölpinsee Eisstärken zwischen 5 und 12 Zentimeter gemessen", sagte Olaf Schatzki vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren. Die Behörde warnt aber vor dem Betreten des Eises. Die Müritz hat 117 Quadratkilometer Wasserfläche und gehört zu den Mecklenburger Oberseen, die inzwischen generell für die Fahrgastschifffahrt gesperrt sind. Ein Unternehmer plant in Waren an diesem Samstag ein Eisfest auf dem sehr flachen Kölpinsee. Bei Waren gab es allerdings schon ein erstes Unfallopfer: Am Mittwoch war auf dem Feisnecksee ein 72-Jähriger Mann beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ertrunken.

Wegen der Eisbildung auf den Ostseerandgewässern und drohenden Orientierungsproblemen hat das Wasser- und Schifffahrtsamt in Stralsund ein Nachtfahrverbot für Teile der vorpommerschen Küste verhängt. Zudem wurde der Peenestrom südlich von Wolgast und die Nordansteuerung vor Stralsund für die Schifffahrt komplett gesperrt. Dies sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Holger Brydda. Die Häfen Anklam, Demmin und Malchin sind wegen der Sperrung für die Schifffahrt bis auf weiteres nicht erreichbar. Stralsund, Greifswald, Wolgast, Lubmin und Vierow können wegen des Nachtfahrverbotes nur am Tag angefahren werden.

Die Nordseeinsel Wangerooge hingegen ist nach drei Tagen wieder für Fähren erreichbar. Eine Probefahrt zum Festland sei am Donnerstag gut verlaufen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Extremes Niedrigwasser durch anhaltenden Ostwind und Eis hatte in den vergangenen Tagen das Anlegen der Schiffe erschwert.