23.01.13

Berliner Zoo

Diskussion um Zoo-Chef hält an – "Regime des Schreckens"

Bernhard Blaszkiewitz hat seine umstrittenen Äußerungen zu Mitarbeiterinnen und Weihnachtsgeld bedauert. Die Diskussion um ihn dauert an.

Foto: dpa
Bernhard Blaszkiewitz
Bernhard Blaszkiewitz, Direktor des Zoos in Berlin

Berlin. Bernhard Blaszkiewitz hat eingelenkt, die Debatte um den umstrittenen Berliner Zoo- und Tierpark-Chef ist damit aber nicht beendet. Der Tierschutz-Experte der CDU-Fraktion, Alexander Hermann, wollte auf den Neujahrsempfang des Zoos am Mittwochabend verzichten. "Für mich ist das eine Frage der politischen Ehrlichkeit", hatte Hermann am Dienstag betont. "Ich kann nicht gestern sagen, ich halte Herrn Blaszkiewitz für nicht mehr tragbar in seinem Amt, und morgen zum Neujahrsempfang gehen und ihm dort die Hand schütteln." Auch Politiker anderer Fraktionen wollten den Empfang boykottieren.

Blaszkiewitz hatte am Dienstag in einer Erklärung an die Belegschaft seine umstrittenen Äußerungen über Mitarbeiterinnen und über die Annahme von Weihnachtsgeld bedauert. Er war unter Druck geraten, nachdem er in internen Schreiben den Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 vorangesetzt hatte. In der Zoo-Welt werden damit "Weibchen" gekennzeichnet, bei bestimmten Tierarten auch "Zuchtstuten".

Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD) bezeichnete das Bedauern des Zoo-Chefs als ersten Schritt, den sie begrüße. In der RBB-"Abendschau" sagte sie weiter: "Ganz wichtig ist, dass ähnliche Fälle in diesem Betrieb nicht wieder passieren." Kolat hatte zunächst kritisiert, der Zoo-Chef habe sich als Führungspersönlichkeit disqualifiziert.

Der "B.Z." sagte der 58 Jahre alte Blaszkiewitz, er wolle auch nach dem Ende seines aktuellen Vertrags im Jahr 2014 weitermachen. "Wenn es mein Herz erlaubt, dann würde ich gern bis 65 weiterarbeiten." Das Präsidium des Aufsichtsrats hatte am Montag entschieden, dass der Zoo-Chef im Amt bleibt. Er führt Zoo und Tierpark seit 1991.

Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling hatte betont, Blaszkiewitz' Erklärung sei nicht als die erwartete und nötige Entschuldigung zu bewerten. "Das reicht nicht", hielt sie in einer gemeinsamen Erklärung mit der frauenpolitischen Grünen-Sprecherin Anja Kofbinger fest.

Im Interview mit Radio Energy legte Hämmerling mit harschen Worten nach. Die Entschuldigung komme nicht von Herzen. "Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch, der ein Regime des Schreckens im Tierpark geführt hat, jetzt auf einmal ändern wird." Der Zoo-Direktor wirke wie die Axt im Walde, wenn er mit seinen Mitarbeitern in einer unflätigen Art und Weise umgehe.

Blaszkiewitz wehrte sich gegen die anhaltende Kritik. Gegen ihn sei eine "Kampagne angezettelt" worden, betonte er.

(dpa)
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