23.01.13

Einbruch in Berliner Volksbank

Tunnel-Bankraub: Fahndungsbild zeigte Unschuldigen

Die Polizei zeigte sich optimistisch, den Einbruch in eine Bank durch einen Tunnel aufzuklären. Ein Foto wies aber in eine falsche Richtung.

Foto: dpa

Mit diesem Foto einer Überwachungskamera der Berliner Volksbank-Filiale vom Mariendorfer Damm fahndet das LKA Berlin nach einem Mann, der Geld von einem Konto der Bank abhebt, das mit gefälschten Papieren eröffnet wurde

16 Bilder

Berlin. Bei der Suche nach den Tunnelgangstern hat die Berliner Polizei ein Fahndungsfoto verbreitet, das die Täter aus dem Internet kopiert hatten. Das am Dienstag veröffentlichte Bild zeige einen Unschuldigen, mit dem die Kripo bereits gesprochen habe, teilte die Polizei am Mittwoch mit. "Inzwischen steht eindeutig fest, dass dieses Passfoto aus dem Internet herauskopiert wurde." Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Mann und der Tat. "Lediglich eine zufällige Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Mieter der Garage ist gegeben."

Erst hätten sich am Dienstag andere Zeugen gemeldet und auf die Unschuld des Mannes hingewiesen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. "In der Nacht rief der Mann dann selber an und die Sache wurde aufgeklärt." Er stamme aus Wuppertal und sei sehr überrascht gewesen.

Die Einbrecherbande hatte das Foto für einen gefälschten holländischen Ausweis benutzt und damit im Februar 2012 einen Stellplatz in einer Tiefgarage gemietet. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung stammt das Bild aus einem Profil im sozialen Netzwerk Facebook.

Ein Fehler sei die von einem Richter genehmigte Fahndung mit dem Bild aber nicht gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. "Das zuständige Kommissariat hat vor der Veröffentlichung alle Möglichkeiten genutzt, um den abgebildeten Mann zu identifizieren." Erst dann habe die Polizei das Foto herausgegeben und nun erfolgreich die Identität geklärt.

Mit gängigen Internetsuchmaschinen können zwar einzelne vorliegende Fotos mit anderen Fotos im Netz verglichen werden. Auf Bilder in Facebook-Profilen oder auf anderen persönlichen Seiten lässt sich so aber normalerweise nicht zugreifen. Daher ist es schwierig festzustellen, ob ein Foto dort kopiert wurde.

Von der Tiefgarage aus hatten die Täter in Berlin-Steglitz einen 45 Meter langen Tunnel gegraben, der in den Tresorraum der Volksbank führte. Dort brachen sie in der Nacht zum 14. Januar 309 Schließfächer auf, von denen 294 vermietet waren. Einer der Täter hatte dort auch ein Schließfach gemietet, um den Raum zu erkunden.

Bei der Sonderkommission "Tunnel" sind inzwischen rund 240 Hinweise eingegangen. Die Auswertung aller Spuren und Hinweise werde aber noch etwas dauern, hieß es.

(dpa)
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