15.01.13

Missbrauchskandal Missbrauch an Odenwaldschule: Beirat soll aufklären

Mahntafeln vor Odenwaldschule

Foto: dpa

Mahntafeln vor Odenwaldschule Foto: dpa

Ein unabhängiger Beirat soll jetzt den Missbrauchskandal an der Odenwaldschule aufklären. Des Weiteren werden erneut 50.000 Euro ausgezahlt.

Heppenheim. Der Missbrauchskandal an der Odenwaldschule soll jetzt von unabhängiger Seite aufgeklärt werden. Der Trägerverein der Schule und der Opferverein "Glasbrechen" einigten sich auf die Gründung eines gemeinsamen Beirats. Er soll ein Rahmenkonzept für die Aufklärung der sexuellen Übergriffe von Lehren auf Schüler erarbeiten. Das berichtete der Grünen-Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet am Dienstag, dem als Berichterstatter einer Petition die Aufgabe eines Moderators zufiel.

Der Beirat werde am 14. Februar erstmals einberufen, hieß es in einem von beiden Seiten unterzeichneten Beschluss. Die Odenwaldschule stellt dafür 80.000 Euro zur Verfügung. Um die Besetzung wurde lange gerungen. Dem Gremium gehören je drei Vertreter der Schule und der Opfer an, eine bis zuletzt umstrittene Kandidatin hat ihren Rückzug erklärt.

Ferner wurde beschlossen, die zusätzliche Entschädigungs-Summe von 50.000 Euro im Februar auszuzahlen. Noch im Januar werde ein Vermittler benannt, der auch Opfer erreichen soll, die bisher kein Geld erhielten.

Der Beschluss sei "das Ergebnis eines dreimonatigen Prozesses", schrieb Bocklet. "Die getroffenen Vereinbarungen stellen für alle Beteiligten einen Kompromiss dar, der nur durch schmerzliche Zugeständnisse möglich war." Die Unterzeichner seien jedoch "optimistisch, dass durch diesen Beschluss eine weitere Verbesserung der Opferentschädigung eintreten kann".

Die Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück und gelten als verjährt. In einem vor zwei Jahren vorgelegten Bericht über den Missbrauch wird eine Zahl von mehr als 130 Betroffenen genannt. Die vom Internat initiierte Stiftung "Brücken bauen" hat bereits mehr als 300.000 Euro an die Opfer ausgezahlt.