10.01.13

Wetter

Winter zurück in Deutschland – Unwetter in Nahost

In Deutschland wird es in den kommenden Tagen wieder richtig winterlich. Andernorts kämpfen die Menschen schon mit Schnee und Kälte.

Foto: AFP
Schnee in der Altstadt von Jerusalem, Israel. Auch in Deutschland soll es am Wochenende schneien
Schnee in der Altstadt von Jerusalem, Israel. Auch in Deutschland soll es am Wochenende schneien

Berlin. Allmählich nähert sich der Winter in Deutschland wieder seiner Normalform. Auch in niedriger gelegene Gebiete sollen bald Frost und Schnee zurückkehren. In anderen Ländern, darunter in Israel und im Baltikum, kämpfen die Menschen dagegen schon mit einem heftigen Wintereinbruch.

In Deutschland schiebt sich kalte Luft aus Nordosten Richtung Alpen voran. Das bedeutet am Freitag Schneefall bis ins Flachland. "Aber allzu viel wird es nicht werden", sagte am Donnerstag Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Im Flachland seien bis Sonnabend bis zu fünf Zentimeter Schnee zu erwarten - Temperaturen um oder leicht unter null Grad könnten die Straßen glatt machen. Nur im Südwesten ist es milder bei Werten deutlich über dem Gefrierpunkt. Dort regnet es.

In Nordrhein-Westfalen können die Menschen an diesem Freitag auf die ersten Sonnenstrahlen im neuen Jahr hoffen. Zehn Tage lang hatte sich die Sonne hinter einer dichten Wolkenschicht versteckt. Sie sei nur an wenigen Orten wie im Siegerland für Minuten mal durchgeblitzt, berichtete Meteorologe Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia in Bochum. "Viele Orte hatten in diesem Jahr noch gar keine Sonne."

Heftiger Schneefall behinderte unterdessen im Baltikum den Verkehr. In Lettland kam der Bahnverkehr am Donnerstag wegen ungestürzter Bäume teils zum Stillstand. Im Norden des Landes blieben nach Medienberichten rund 200 Haushalte stundenlang ohne Strom.

Auch Israel kämpfte mit Unwettern. Ergiebiger Schneefall verwandelte Jerusalem in eine weiße Stadt. Viele Menschen bewunderten fasziniert die seltene weiße Pracht. Wegen schwieriger Straßenverhältnisse wurden Schulen und Kindergärten geschlossen. Auch wichtige Straßen mussten gesperrt werden.

Seit dem Wochenende wird die Nahost-Region von den heftigsten Winterstürmen seit zehn Jahren heimgesucht. Starke Niederschläge setzten Häuser, Straßen und Felder unter Wasser. Mehrere Menschen starben in den Fluten. Die Schäden in der Landwirtschaft und der Infrastruktur gehen in die Millionen. Mehrere Schmugglertunnel zwischen Ägypten und dem palästinensischen Gazastreifen stürzten ein.

In Bangladesch wurde die tiefste Temperatur seit 44 Jahren gemessen. Im einem nördlichen Teil des Landes mit normalerweise tropischem Wetter erreichte das Thermometer lediglich drei Grad.

Vor ganz anderen Problemen stehen die Menschen in Australien. Feuerwehrleute kämpfen im Südosten des Landes weiter rund um die Uhr gegen gefährliche Buschfeuer. Die Rekordtemperaturen sollen auch am Wochenende andauern, die Brandgefahr bleibt extrem hoch. Während der Rekord-Hitzewelle im Januar mit Temperaturen über 40 Grad lösten Blitzschläge Hunderte Brände aus. Die Feuer zerstörten Häuser, töteten tausende Nutztiere und verbrannten große Flächen Weideland. Die Umweltschutzorganisation WWF warnte, dass solche Katastrophen durch die Klimaerwärmung künftig häufiger sein könnten.

(dpa)
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