10.01.13

Vergewaltigung in Indien

Mordprozess gegen mutmaßliche Vergewaltiger rückt näher

In einem verdunkelten Gefängnis-Bus fuhr die Polizei die mutmaßlichen Mörder einer vergewaltigten Inderin zum Gericht. Keine Presse erlaubt.

Foto: dpa
A Delhi police van believed to carrying the five men accused in a
Die Männer wurden von zahlreichen Polizisten in den Gerichtssaal eskortiert. Ihre Gesichter waren mit Tüchern und Mützen bedeckt. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Neu Delhi. Im Fall der vergewaltigten und getöteten Inderin hat die Justiz nach Angaben von Anwälten Weichen für den Mordprozess gestellt. Demnach sind nun die meisten Verteidiger für die mutmaßlichen Peiniger der Frau bestellt. Die Anwälte Manohar Lal Sharma und V. K. Anand sagten nach einer Anhörung am Donnerstag in Neu Delhi, dass sie jeweils einen Verdächtigen vertreten. Der Anwalt A. P. Singh hat nach eigenen Angaben das Mandat für zwei Beschuldigte übernommen. Der fünfte habe sich noch nicht für einen Verteidiger entschieden.

Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Richterin Namrita Aggarwal hatte die Öffentlichkeit erneut von der Anhörung ausgeschlossen, sie verweigerte jede Auskunft.

Die 23-jährige Studentin war am 16. Dezember in Neu Delhi in einem fahrenden Bus von mehreren Männern vergewaltigt und mit Eisenstangen gefoltert worden. Sie starb knapp zwei Wochen später in einem Spezialkrankenhaus in Singapur an ihren Verletzungen.

Anwalt Singh sagte, einige der Dokumente in der Anklageschrift seien unleserlich und müssten nachgereicht werden. Das Gericht habe die nächste Anhörung auf den kommenden Montag (14. Januar) gelegt. Erst danach kann das Verfahren an ein neues Schnellgericht übergeben werden. Dort soll der eigentliche Mordprozess beginnen.

Die fünf volljährigen Verdächtige waren am Donnerstag erneut unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen aus dem berüchtigten Tihar-Gefängnis zu dem Gericht in Neu Delhis Stadtteil Saket gebracht worden. Ihnen droht die Todesstrafe. Bei einem sechsten Verdächtigen wird noch geprüft, ob er minderjährig ist. Dann käme er vor ein Jugendgericht.

Anwalt Sharma hatte der Polizei auch vorgeworfen, die erwachsenen Verdächtigen gefoltert zu haben. Sie seien mit Eisenstangen schwer misshandelt worden, um Geständnisse zu erzwingen, sagte er. Die Staatsanwaltschaft hat bereits mitgeteilt, DNA-Spuren belegten, dass die Männer an der Tat beteiligt waren.

Unter Anwälten in Neu Delhi war ein Streit darüber entbrannt, ob man die Beschuldigten angesichts der Bestialität der Tat überhaupt verteidigen dürfe. Die Anwaltskammer in Saket hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder würden das Mandat verweigern.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareOne-Man-ShowPutin sammelt verlorene russische Erde
  2. 2. DeutschlandUkraine-KriseDeutschland liefert Gewehre und Munition an Russen
  3. 3. WirtschaftLettlandBalten fürchten Übergreifen der Ukraine-Krise
  4. 4. AuslandLivetickerUkraine-Gespräche dauern deutlich länger als geplant
  5. 5. PanoramaFährunglück SüdkoreaWer den Anweisungen der Crew folgte, der starb
Top Bildergalerien mehr
Kamerunkai

Gabelstapler stürzt in die Elbe, Fahrer stirbt

Tod

Diese Persönlichkeiten sind 2014 gestorben

DFB-Pokal

Bayern vs. Lautern – die besten Bilder

Kate, William und George besuchen Australien

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr