27.12.12

Titisee-Neustadt Falsche Gasofen-Bedienung löste verheerenden Brand aus

Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt

Foto: dpa

Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt

Einen Monat nach der Brandkatastrophe in einer badischen Behindertenwerkstatt scheint die Ursache geklärt: Es war wohl menschliches Versagen.

Titisee-Neustadt. Das verheerende Feuer in einer badischen Behindertenwerkstatt mit 14 Toten ist nach Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) auf einen Bedienungsfehler am Gasofen zurückzuführen. Die Betreuer wollten den Ofen in der Werkstatt für einen Einsatz beim Weihnachtsmarkt testen. Dabei habe eine Betreuerin den Gasknopf am Ende auf-, statt abgedreht. Dieser Fehler passiere immer wieder, da die Gewinde an Gasöfen in anderer Richtung als etwa bei Wasserhähnen funktionieren.

Die Staatsanwaltschaft wollte diesen Hergang am Donnerstag nicht bestätigen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich das Drama so entwickelt habe, sagte ein Sprecher. Das abschließende Gutachten liege noch nicht vor. Die Caritas als Betreiber des Heimes wollte dazu ebenfalls keine Stellung nehmen. "Wir kommentieren solche Spekulationen nicht", sagte ein Sprecher.

Bei dem Feuer in der Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt waren am 26. November 13 behinderte Menschen und eine Betreuerin ums Leben gekommen. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Ermittler machten den mobilen Gasofen als Auslöser des Brandes aus. Das Gas sei unkontrolliert ausgetreten und schließlich explodiert. Offen war bislang, warum der Ofen in der Werkstatt stand und wieso das Gas dort ausströmen konnte.

Bei dem Feuer wurden mehr als 90 Menschen gerettet. Die meisten Behinderten leben seitdem in anderen Einrichtungen oder bei ihren Angehörigen. Auf zwei Konten sind etliche Spenden für die Opfer der Brandkatastrophe eingegangen. Die Aufräumarbeiten am Unfallort werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen.