27.12.12

Bonn Mutmaßliche Islamisten sollen Inder Zunge zerschnitten haben

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Foto: Picture alliance, dpa

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Zwei Männer sollen einen 24-jährigen Studenten an Heiligabend niedergeschlagen haben, weil er nicht zum Islam konvertieren wollte.

Bonn. Zwei mutmaßliche Islamisten sollen in Bonn einem Inder die Zunge zerschnitten haben, weil er nicht zum Islam konvertieren wollte. Die mutmaßlichen Täter "könnten dem islamistischen Umfeld zuzurechnen sein", sagte Polizeisprecher Harry Kolbe am Donnerstag in Bonn. Deshalb sei auch der Bonner Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet worden.

Die Fahndung nach den beiden Männern dauerte am Donnerstag weiter an, wie die Polizei berichtete. Das unbekannte Duo soll den 24-jährigen Studenten an Heiligabend auf der Straße angesprochen und spontan aufgefordert haben, zum Islam zu konvertieren. Als der junge Mann weiterging, wurde er nach eigenen Angaben niedergeschlagen. Im benommenen Zustand wurde ihm anschließend in die Zunge geschnitten.

Die beiden Männer flüchteten in einem Auto. Eine Passantin konnte den Krankenwagen alarmieren. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos. Zugleich wurden am Tatort Zeugen befragt und Spuren gesichert. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Verdächtigen dem islamistischen Spektrum angehören.

Nach ärztlicher Behandlung wurde der 24-Jährige aus dem Krankenhaus entlassen. Er habe bei der Vernehmung "noch sehr stark unter dem Einfluss der Tat" gestanden, berichtete die Polizei am Donnerstag.

Nach dem Stand der Ermittlungen seien die Aussagen des Opfers glaubhaft, sagte Kolbe. Bei der Polizei gab der Inder an, dass einer der Täter dunkle, lockige Haare und einen längeren Kinnbart gehabt habe. Weil aufgrund dieser Personenbeschreibung und wegen des Tatablaufs laut Kolbe ein "politischer Hintergrund" vorliegen könnte und die Täter "aus dem islamistischen Spektrum" kommen könnten, ermittle auch der Staatsschutz.

Bonn gilt als eine Hochburg der Islamisten-Szene. Nach dem versuchten Bombenanschlag vor zweieinhalb Wochen auf dem Bonner Hauptbahnhof geht die Bundesanwaltschaft von Verdächtigen mit "Verbindungen in radikal-islamistische Kreise" aus. Vor einer Woche tauchte außerdem ein islamistisches Internetvideo mit angedrohten Geiselnahmen zur Freipressung eines in Bonn verurteilten Salafisten auf.

((dapd/dpa))