Gorilla-Nachwuchs im Allwetterzoo Münster
Gorilla-Weibchen Gana im Mutter-Glück
Ein Jahr nach dem Tod des Gorilla-Jungen Claudio ist Menschenaffe Gana wieder Mutter geworden. Ihr Kleines ist gesund und munter.
Gana zeigt stolz ihr Junges, das in der Nacht zu Sonntag auf die Welt kam.
Foto: Foto: MünsterView/Witte
Münster. Tierische Mama-Freuden im Affengehege vom Allwetterzoo Münster: Gorilla-Weibchen Gana hat in der Nacht zum Sonntag Nachwuchs bekommen. Der zwölf Jahre alte Menschenaffe brachte ein 1500 Gramm schweres Baby zur Welt. Bärbel Uphoff, Revierleiterin bei den Menschenaffen im Allwetterzoo, sagte: „Sie sah richtig stolz aus“. Und auch Zoo-Chef Jörg Adler freute sich über den tierischen Knirps: "Diesen Moment haben wir seit Wochen herbeigesehnt, sind jetzt einfach nur glücklich. Die Geburt ist völlig problemlos verlaufen. Wir vermuten, dass es ein Mädchen ist.“
Es wirkte fast ein bisschen so, als wolle das Gorilla-Weibchen ihr Glück mit jedem teilen. Kurz nach der Geburt lief sie bereits mit ihrem Baby durch das Gelände und präsentierte den zahlreichen Zoo-Besuchern ihren kleinen Sprössling. Dabei bewegte sie sich meist sehr behutsam und umfasste mit ihrer riesigen Hand das zarte Köpfchen des noch namenlosen Nachwuchses. Hin und wieder gönnte die frisch gebackene Mutter ihrem Winzling auch eine Pause, legte ihn auf ihren Bauch, so dass er in Ruhe trinken konnte.
Für Gana ist der Nachwuchs etwas ganz Besonderes. Vor etwa einem Jahr galt das
Gorilla-Weibchen noch als traurigste Affenmama Deutschlands. Der kleine "Claudio",
den sie zu der Zeit zur Welt gebracht hatte, starb wenige Wochen, nachdem er
das Licht der Welt erblickt hatte, an einer Darmentzündung. Der Gorilla
konnte sich danach scheinbar nicht von ihrem Jungen trennen und schleppte
das tote Baby eine Woche lang durch ihr Gehege. Und auch 2007 hatte sie das
Mutterglück noch nicht so richtig verinnerlichen können. Baby "Mary
Zwo" wurde von Gana verstoßen und musste mit der Hand aufgezogen
werden.
Doch jetzt geht das Weibchen richtig auf in
ihrer neuen Rolle. Es scheint, als habe sie von den anderen Müttern der
Gorilla-Gruppe gelernt. Die dreizehnjährige Changa-Maidi hatte vor zwei
Jahren ihr Junges bekommen und versorgt seitdem ihren „Thabo“ äußerst
vorbildlich. Außerdem gibt es in der Gruppe noch die fürsorgliche „Fatima“
(37). Das Weibchen hat Gana von Anfang an unter ihre Fittiche genommen.
Zur Gorilla-Gruppe in Münster gehören überwiegend sehr junge Tiere, die erst
ihre Erfahrungen mit der Aufzucht von Jungen sammeln mussten. Das scheint
inzwischen gelungen, denn der in den ersten Jahren ungestüme N’Kwango ist
deutlich ruhiger geworden. Und auch Gana, die lange sehr scheu war, hat sich
verändert.





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