22.12.12

Banküberfall

Geiselnahme in Berlin unblutig beendet – Täter gibt auf

Mehr als neun Stunden hat ein Geiselnehmer bei einem Banküberfall in Berlin eine Geisel in seiner Gewalt. Erst am frühen Morgen gibt er auf.

Foto: REUTERS

Spezialeinsatzkräfte der Polizei vor einer Filiale der Deutschen Bank in Zehlendorf. Ein Mann hat am Freitagnachmittag die Bank überfallen und sich in dem Gebäude verschanzt

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Berlin. Die Geiselnahme in einer Berliner Bank ist am frühen Sonnabendmorgen unblutig zu Ende gegangen. Der Täter wurde festgenommen. Der Mann habe aufgegeben, die Geisel freigelassen und sei von sich aus aus der Bank gekommen, teilte die Polizei mit. "Die Taktik der Polizei ist aufgegangen", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich nach einem fast zehnstündigen Nervenkrieg mit dem Täter.

Nachdem die Beamten stundenlang mit dem Mann verhandelt hatten, gab er in der Nacht auf und ließ sich widerstandslos festnehmen. Nähere Angaben zu dem Geiselnehmer, möglichen Motiven oder Waffen machte die Polizei nicht. Auch konkrete Drohungen gab sie nicht bekannt.

Das Opfer sei zwar offenbar körperlich unverletzt. "Aber natürlich ist das eine psychisch belastende Situation", sagte der Polizeisprecher. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes gingen unmittelbar nach Ende der Geiselnahme in die Bank im Stadtteil Zehlendorf, um zu überprüfen, was für Waffen der Täter bei sich hatte. Der Festgenommene sollte direkt ins Landeskriminalamt gebracht werden, er werde vermutlich aber erst am Sonnabend vernommen und dann aller Voraussicht nach dem Haftrichter vorgeführt.

Der Mann hatte drei Tage vor Heiligabend gegen 15.50 Uhr einen 40 Jahre alten Bank-Angestellten in seine Gewalt gebracht. Weitere etwa 20 Menschen konnten aus dem Gebäude entkommen. Der Täter forderte eine hohe Bargeldsumme – nach unbestätigten Berichten eine Million Euro – sowie freien Abzug. Mehr als 300 Polizeibeamte hatten das Gebäude und die Umgebung der Bank daraufhin abgesichert.

Nach stundenlangen Verhandlungen per Telefon kam gegen 01.20 Uhr am Sonnabendmorgen schließlich Bewegung in die Szenerie, als mehrere Polizeiwagen mit Blaulicht in das abgesperrte Areal fuhren. Kurz darauf wurde das Ende der Geiselnahme verkündet.

Zwischenzeitlich hatte die Polizei den Geiselnehmer und sein Opfer mit Essen versorgt, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Verhandlungen gab es zunächst nicht. "Eine brenzlige Situation war es aber bis zum Schluss", sagte der Sprecher. Immerhin habe der Mann einen Menschen in seiner Gewalt gehabt.

Zuletzt hatte es nach Polizeiangaben im Jahr 2003 eine Geiselnahme in Berlin gegeben. Damals war ein Bus gekapert worden. In Berlin-Zehlendorf hatte sich außerdem 1995 der bislang spektakulärste Banküberfall mit Geiselnahme in der Hauptstadt ereignet. Damals stürmten vier Männer mit Maschinenpistolen die Commerzbank-Filiale in dem Stadtteil und nahmen 16 Geiseln. Die Räuber entkamen durch einen selbst gegrabenen Tunnel. Die Geiseln blieben unverletzt.

(dpa)
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