08.12.12

Hessen

Flugzeug-Kollision: Mehrere Tote, auch Kinder unter Opfern

Flugzeugunglück in Hessen: Acht Menschen sterben bei dem Zusammenstoß von zwei Kleinflugzeugen. Unter den Opfern sind auch Kinder.

Foto: dapd
Flugzeugkollision in Hessen
Ein Feuerwehrauto steht am Sonnabend neben einem auf einem Feld liegenden Flugzeugwrack

Wölfersheim/Gießen. Bei einem der bundesweit schwersten Flugzeugunglücke in den vergangenen Jahren sind am Sonnabend in Hessen acht Menschen gestorben. Unter den Opfern seien auch vier Kinder, teilte die Polizei mit. Die Katastrophe hatte sich am Nachmittag rund 30 Kilometer nördlich von Frankfurt nahe Wölfersheim ereignet. Ersten Ermittlungen zufolge waren die beiden Maschinen nach der Kollision in der Luft auf ein Feld abgestürzt.

Nach Angaben von Sprecher Jörg Reinemer hatten vermutlich fünf Todesopfer in einem und drei im anderen Flugzeug gesessen. Die Kinder verteilten sich auf beide Maschinen. Die Identität der Toten und ob es sich um Familien handelte war am Abend noch unklar. Zuerst hatte die Polizei von sieben Todesopfern gesprochen.

Wie es genau zu der Kollision der beiden Maschinen gekommen war, konnte zunächst nicht geklärt werden. Polizeisprecher Jörg Reinemer sagte: "Die sind aneinandergeraten in der Luft und danach gab es diesen schrecklichen Absturz, aber warum wissen wir nicht." Bei dem Unfall gegen 16.15 Uhr habe gerade noch die Sonne geschienen. "Es war noch sehr klare Sicht", erklärte Reinemer. Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig sei alarmiert worden. "Wahrscheinlich dauert es Tage, bis Ergebnisse vorliegen", sagte der Sprecher.

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) kam noch am Abend zu dem Unglücksort und sprach von einem erschütternden und furchtbaren Bild. Den Helfern dankte er für ihren Einsatz: "Ich habe den allergrößten Respekt vor dem, was die Männer und Frauen angesichts des schweren Einsatzes hier geleistet haben."

Auch der Landrat des Wetteraukreises, Joachim Arnold, zeigte sich tief betroffen von dem Anblick der Absturzstelle: Die Trümmer lagen über mehrere hundert Meter auf einem Feld nahe dem Ortsteil Melbach verstreut. Ein Polizeihubschrauber leuchtete die weiträumig abgesperrte Unglücksstelle aus. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war im Einsatz. Nur wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt liegt der Flugplatz Reichelsheim, der vor allem von Geschäfts- und Freizeitmaschinen angeflogen wird. Dort ist auch der Rettungshubschrauber des Luftrettungszentrums Hessen stationiert. Dieser wurde von der Leitfunkstelle Frankfurt alarmiert, für die Opfer kam aber jede Hilfe zu spät.

Erst im März war in der Nähe des südhessischen Flugplatzes Egelsbach ein Flugzeug abgestürzt. Auch dieser wird hauptsächlich von kleineren Maschinen angeflogen. Dabei waren drei Männer und zwei Frauen gestorben. Im August 2011 waren beim Zusammenstoß zweier deutscher Kleinflugzeuge in Österreich drei Menschen ums Leben gekommen. Im Sommer 2009 starben vier Menschen, als ein Hubschrauber und ein Kleinflugzeug stoßen nahe Ellwangen im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) zusammenprallten.

(dpa)
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