08.12.12

Schwangere Herzogin Kate

Nach Tod von Krankenschwester: Sender gerät unter Druck

Die Krankenschwester aus der Klinik, in der Kate behandelt wurde, fiel auf den Trick eines Radiosenders herein. Schock über ihren Tod.

Foto: REUTERS
Der australische Sender 2Day FM sprach in einer Mitteilung von einer „Tragödie“ und äußerte über seine Facebook-Seite sein „tiefstes Mitgefühl mit ihrer Familie und allen, die von dieser Situation weltweit betroffen sind“
Der australische Sender 2Day FM sprach in einer Mitteilung von einer "Tragödie" und äußerte über seine Facebook-Seite sein "tiefstes Mitgefühl mit ihrer Familie und allen, die von dieser Situation weltweit betroffen sind"

London. Nach dem Tod der Krankenschwester Jacintha Saldana in London, die auf den Trickanruf einer australischen Radiostation hereingefallen war, trauern Großbritannien und Australien. Die verheiratete Mutter zweier Kinder war am Freitagmorgen unter nicht näher genannten Umständen tot aufgefunden worden, berichteten die britischen Medien. Die Mitarbeiterin des King Edward VII Hospitals hatte unwissentlich einen Scherzanruf des australischen Radiosenders 2Day FM in die Abteilung der schwageren Herzogin Kate durchgestellt. Ein Fremdverschulden schlossen die Ermittler aus, wollten aber nichts zur Todesursache sagen. Australiens Regierungschefin Julia Gillard sprach am Sonnabend von einer "schrecklichen Tragödie".

Die 30 Jahre alte Herzogin von Cambridge war wegen ihrer Schwangerschaftsübelkeit von Montag bis Donnerstag in der Privatklinik behandelt worden. Prinz William und seine Frau Kate reagierten "tief traurig" auf die Nachricht, wie der St. James's Palace mitteilte. "Es wurde sich im King Edward VII Hospital zu jeder Zeit von jedem wundervoll um Ihre königlichen Hoheiten gekümmert - und ihre Gedanken und Gebete sind bei Jacintha Saldanhas Familie, den Freunden und den Kollegen in dieser sehr schwierigen Zeit." Ähnlich äußerte sich auch Australiens Regierungschefin, wie die Zeitung "The Australian" berichtete: "Unsere Gedanken sind mit ihrer Familie und ihren Freunden."

Der australische Sender 2Day FM sprach in einer Mitteilung von einer "Tragödie" und äußerte über seine Facebook-Seite sein "tiefstes Mitgefühl mit ihrer Familie und allen, die von dieser Situation weltweit betroffen sind". Die für den Streich verantwortlichen Radio-DJs würden vorerst ihre Show ruhen lassen – "aus Respekt für das, was nur als Tragödie beschrieben werden kann". Zwei Moderatoren des Senders hatten sich am Telefon als Queen Elizabeth II. und Prinz Charles ausgegeben und von einer Krankenschwester Auskunft über Kates Gesundheitszustand bekommen.

Die Facebook-Seite des Senders wurde nach Bekanntwerden des Todes der Krankenschwester mit verärgerten Reaktionen überschwemmt. In vielen der mehreren Tausend Posts wurde die Entlassung der beiden Moderatoren gefordert, berichtete ABC-News. Der Sender wurde zudem aufgefordert, eine Entschädigung an die Hinterbliebenen zu zahlen.

Die Radiostation geriet am Sonnabend schwer unter Druck. Die Supermarktkette Coles zog ihre Anzeigen bei dem Sender zurück und erklärte dazu, die "Australier verärgert und erschüttert über die tragischen Konsequenzen" dieses Streichs. Auch andere Unternehmen kündigten ihre Anzeigen bei 2Day FM. Kommunikationsminister Stephen Conroy forderte den Medienkontrollrat Australiens auf, die Angelegenheit zu untersuchen.

Nach Informationen des BBC war Krankenschwester Saldanha wegen ihres Fehlers nicht zur Verantwortung gerufen worden. Vielmehr habe das Krankenhaus habe der Frau durch die schwere Zeit nach dem Telefonscherz vom Dienstag geholfen, teilte die Klinik mit. Die Frau habe mehr als vier Jahre in dem Krankenhaus gearbeitet und sei eine "exzellente Krankenschwester" gewesen – "respektiert und beliebt" bei allen Kollegen. "Jeder hier ist schockiert."

(dpa)
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