07.12.12

Schwangere Herzogin Kate

Nach Scherzanruf in Kates Klinik: Krankenschwester ist tot

Die Frau arbeitete in dem Hospital, in dem Kate wegen ihrer Schwangerschaftsübelkeit behandelt wurde. Sie fiel auf den Trick eines Radiosenders herein.

Foto: Reuters
Polizisten stehen vor dem Eingang des King Edward VII Krankenhauses in dem Herzogin Kate vor wenigen Tagen behandelt wurde
Polizisten stehen vor dem Eingang des King Edward VII Krankenhauses in dem Herzogin Kate vor wenigen Tagen behandelt wurde

London. Sie war auf den Trickanruf in der Klinik der schwangeren Herzogin Kate aus Großbritannien hereingefallen, nun ist sie tot: Die Krankenschwester wurde am Freitagmorgen leblos in London aufgefunden worden. Das teilte Scotland Yard mit. Das King Edward VII Hospital bestätigte den Tod der Mitarbeiterin. Die Frau war vor wenigen Tagen in die Schlagzeilen geraten, als sie durch den Scherz eines australischen Radiosenders getäuscht worden war. Ein Fremdverschulden schlossen die Ermittler aus. Angaben zur Todesursachen gab es nicht.

Australische Radiomoderatoren hatten sich am Telefon als Queen Elizabeth II. und Prinz Charles ausgegeben und von einer Krankenschwester Auskunft über Kates Gesundheitszustand bekommen: Es gehe ihr gut und sie schlafe gerade.

Nach BBC-Informationen soll die tot aufgefundene Frau die Mitarbeiterin gewesen sein, die den Anruf zur Station stellte. Der Sender berichtete weiter, dass die Frau von der Klinik weder suspendiert noch anders bestraft worden sei.

Das Krankenhaus habe der Frau durch die schwere Zeit nach dem Telefonscherz vom Dienstag geholfen, teilte die Klinik mit. Die Frau habe mehr als vier Jahre in dem Krankenhaus gearbeitet und sei eine "exzellente Krankenschwester" gewesen – "respektiert und beliebt" bei allen Kollegen. "Jeder hier ist schockiert", hieß es.

Medienberichten zufolge handelte es sich um eine verheiratete, zweifache Mutter. Ihre Familie zeigte sich "tief traurig über den Verlust unserer geliebten Jacintha". Scotland Yard gab keine Details bekannt, unter welchen Umständen die Frau am Freitagmorgen in London gefunden wurde. Unklar blieb zunächst, ob es ein Suizid war – und ob in diesem Fall der Scherzanruf ein Rolle gespielt haben könnte.

Der australische Radiosender äußerte über seine Facebook-Seite sein "tiefstes Mitgefühl mit ihrer Familie und allen, die von dieser Situation weltweit betroffen sind". Die für den Streich verantwortlichen zwei Radio-DJs würden vorerst ihre Show ruhen lassen - "aus Respekt für das, was nur als Tragödie beschrieben werden kann".

Die Herzogin von Cambridge (30) war wegen ihrer Schwangerschaftsübelkeit bis Donnerstag in der Privatklinik. Der Radiosender 2Day FM hatte sich am Mittwoch für den Vorfall entschuldigt.

Prinz William und seine Frau Kate reagierten "tief traurig" auf die Nachricht, teilte der St. James's Palace mit. "Es wurde sich im King Edward VII Hospital zu jeder Zeit von jedem wundervoll um Ihre königlichen Hoheiten gekümmert – und ihre Gedanken und Gebete sind bei Jacintha Saldanhas Familie, den Freunden und den Kollegen in dieser sehr schwierigen Zeit."

Ein Sprecher des Palastes ergänzte: "Zu keinem Zeitpunkt hat sich der Palast bei dem Krankenhaus über den Vorfall beschwert. Im Gegenteil: Wir haben den beteiligten Krankenschwestern und dem Krankenhaus-Personal zu jeder Zeit unsere vollste, von Herzen kommende Unterstützung angeboten."

Der werdende Großvater Prinz Charles war Donnerstag von Journalisten auf den königlichen Nachwuchs angesprochen worden. Da hatte er über den Trickanruf gescherzt: "Woher wollen Sie wissen, dass ich kein Radiosender bin?"

(dpa)
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