07.12.12

Großeinsatz

Bewaffneter Räuber hält Frankfurter Polizei in Atem

Nach einem Raubüberfall verschanzte sich der Mann mit einer Schusswaffe in einem Bürohaus. Polizei riegelt Gebiet großräumig ab.

Von Gerhard Kneier und Marlene Petermann
Foto: dapd
Polizei stellt Fluechtigen am Rossmarkt
Polizisten stehen in Frankfurt am Main vor einem Gebäude, nachdem im Zusammenhang mit einem Banküberfall, bei dem eine Schusswaffe gebraucht wurde, ein mutmasslicher Täter geflohen ist

Frankfurt/Main. Nach einem bewaffneten Raubüberfall hat ein bislang unbekannter Mann am Freitag in der Innenstadt von Frankfurt am Main ein Großaufgebot der Polizei stundenlang in Atem gehalten. Zeugen hatten am Freitag beobachtet, wie der etwa 30- bis 35-Jährige mit einer Schusswaffe in ein Bürogebäude flüchtete. Spezialkräfte riegelten daraufhin den sechsstöckigen Bau am Roßmarkt mitten im Stadtzentrum großräumig ab und forderten die Menschen darin auf, sich einzuschließen. Die Vermutung, dass sich der Räuber in dem Haus verschanzt hatte, bewahrheitete sich aber nicht.

Die Durchsuchung blieb ergebnislos. Am Nachmittag hob die Polizei die großräumige Absperrung wieder auf. Der Räuber war auch am Abend weiter auf der Flucht. Der Täter hatte zuvor zwei serbische Geschäftsleute in ihrem Auto überfallen, die gerade in einer benachbarten Bankfiliale 45.000 Euro abgehoben hatten. Einer der beiden 34 und 50 Jahre alten Geschäftsleute konnte aber mit dem Geld davonrennen, so dass der Räuber ohne Beute blieb. Nach stundenlanger Suche meldete sich der Geschäftsmann am späten Nachmittag mitsamt dem Geld bei der Polizei. Von dem flüchtigen Räuber fehlte weiter jede Spur.

Er war in dem Gewirr des missglückten Überfalls zunächst noch von dem anderen der beiden Geschäftsleute verfolgt worden. Nach Aussagen einer Zeugin drang er schließlich mit der Schusswaffe in der Hand in das Bürogebäude ein. Das von Sondereinsatzkommando (SEK) unterstützte Großaufgebot kreiste mit Hubschraubern über dem Gebäude und nahm Kontakt mit den noch darin befindlichen Menschen auf, die sich hauptsächlich in mehreren dort gelegenen Arztpraxen aufhielten. Sie forderte sie erfolgreich auf, die Türen verschlossen zu halten.

Unmut bei Passanten

Keiner von ihnen hatte den Räuber gesehen. Auch die Befragung der Menschen, die bereits vorher das Gebäude verlassen konnten, ergab keinerlei Hinweise auf den Geflüchteten. Dieser wird als südländischer Typ beschrieben. Er soll 1,75 bis 1,80 Meter groß sein und Dreitagebart haben. Bekleidet war er nach den Zeugenangaben mit einer schwarzen Jacke, schwarzer Mütze und Jeans. Seine Pistole war demnach silberfarben.

Passanten in der Innenstadt hatten während der stundenlangen Absperrung teilweise Unmut geäußert, weil sie nicht zu ihren dort geparkten Fahrzeugen gelangen konnten.

Für sachdienliche Hinweis auf den Verbleib des bewaffneten Räubers bat die Polizei um Hinweise unter der Rufnummer 069/75553111. Der Appell ging ausdrücklich auch an die Zeugin, die den Mann mit der Schusswaffe in das Haus gehen sah und danach Kontakt mit der Stadtpolizei aufgenommen hatte.

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