07.12.12

Region Miyagi

Nach Erdbeben: Tsunami trifft auf Japans Küste

Nach einem schweren Erdbeben traf ein Tsunami von einem Meter in der Stadt Ishinomaki auf die Küste.

Foto: REUTERS
A woman reacts as she looks at her house destroyed by the earthquake and tsunami in Kessenuma town, in Miyagi prefecture
Eine Frau vor ihrem zerstörten Haus in der Provinz Miyagi. Nach einem Erdbeben wird nun mit einem Tsunami gerechnet

Tokio. Nach dem schweren Erdbeben im Nordosten Japans ist am Freitag in der Stadt Ishinomaki ein Tsunami von einem Meter auf die Küste getroffen. Das meldete der japanische Fernsehsender NHK. Über mögliche Opfer oder Schäden lagen zunächst keine Informationen vor. Ishinomaki war in Folge des verheerenden Erdbebens und Tsunamis vom 11. März vergangenen Jahres schwer verwüstet worden.

Zuvor hatte ein Erdbeben der Stärke 7,3 hat die Katastrophenregion im Nordosten Japans erschüttert. Das schwere Beben hat nach Angaben der Atombetreiber in der Region offenbar keine schlimmen Auswirkungen auf die dortigen Atomkraftwerke gehabt. Auch an der Atomruine in Fukushima soll es keine weiteren großen Schäden gegeben haben, meldete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Freitag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco.

Die Region war am 11. März 2011 von einem Beben der Stärke 9,0 und einem riesigen Tsunami schwer verwüstet worden. Tausende kamen ums Leben, in Fukushima ereignete sich eine Atomkatastrophe.

Tsunami – zerstörerische Welle

Tsunamis sind Riesenwellen, die durch Erdbeben oder Vulkanausbrüche entstehen können. Im Gegensatz zu normalen Wellen, bei denen nur das Wasser an der Meeresoberfläche wogt, geraten bei einem Tsunami (japanisch: große Welle) auch die tiefen Wasserschichten in Bewegung. Die Wellen können tausende Kilometer über die Tiefsee zurücklegen, bis zu 900 Kilometer in der Stunde.

Auf hoher See ist dies Welle gewöhnlich nicht höher als zwei oder drei Meter und wird von Schiffen oft gar nicht bemerkt. In flachen Küstengewässern und engen Buchten kann sie aber zu enormen Höhen von bis zu 40 Metern auflaufen. Die gewaltige Energie einer solchen Welle reißt Häuser und Schiffe mit sich fort und kann Landstriche verwüsten.

Das höchste Tsunami-Risiko besteht wegen der großen Aktivität der Erdkruste rings um den Pazifik. Frühwarndienste versuchen mit Sensorbojen, Computern und Satelliten, Gebiete rechtzeitig vor möglichen Riesenwellen zu warnen.

(dpa)
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