06.12.12

Nordsee

Nach Schiffsunglück: Suche nach Vermissten abgebrochen

Zwei Schiffe prallten an einem berüchtigten Knotenpunkt auf der Nordsee bei Rotterdam zusammen. Fünf Seeleute wurden tot geborgen.

Foto: AFP
Das beschädigte Containerschiff "Corvus J" auf der Nordsee
Das beschädigte Containerschiff "Corvus J" auf der Nordsee

Amsterdam. Rettungskräfte haben in der Nordsee das fünfte Opfer der Schiffskollision geborgen. Ein belgischer Rettungshubschrauber brachte den Toten zum Rotterdamer Flughafen, teilte die niederländische Küstenwache am Donnerstag mit. Sechs Seeleute werden noch vermisst. Ihre Überlebenschancen sind nach Einschätzung der Küstenwache "gleich Null". Die niederländische Küstenwacht brach die Suche nach ihnen am Donnerstagabend ab. Angesichts der eisigen Wassertemperaturen und der Zeit, die seit dem Unglück am Mittwoch vergangen sei, gebe es keine Hoffnung mehr, sie noch lebend zu finden, sagte Sprecher Peter Westenberg.

Nach einer Kollision mit dem Containerschiff "Corvus J" aus Zypern etwa 65 Kilometer südlich von Rotterdam war der Autofrachter "Baltic Ace" am Mittwochabend mit 24 Mann an Bord gesunken. 13 Seeleute konnten gerettet werden.

In nur 15 Minuten sank der unter der Flagge der Bahamas fahrende Frachter. "Es ging zu schnell, um Überlebensanzüge anzuziehen", sagte Kees Brinkman von der niederländischen Rettungsgesellschaft KNRM im Radio. Ohne Schutzkleidung könne man in der nur sechs bis sieben Grad kalten Nordsee "nur einige Minuten" überleben.

Nach der Kollision waren Helikopter und in der Nähe fahrende Frachtschiffe und Fischerboote schnell zur Stelle und konnten Seeleute aus dem Wasser und von Rettungsflößen retten. Unter Hochdruck suchten Küstenwache und die niederländische Marine mit Rettungsbooten Infrarotgeräten und Scheinwerfern zunächst nach Überlebenden. Die Besatzung des Frachters kommt nach Informationen der Küstenwache aus Bulgarien, Polen, der Ukraine und den Philippinen. Wegen starken Windes und bis zu drei Meter hohen Wellen musste die Suche unterbrochen werden.

Von der gesunkenen "Baltic Ace" ist nichts mehr zu sehen, berichteten Augenzeugen. Nur noch Bruchstücke des Frachters, leere Rettungsflöße und Schwimmwesten trieben im Wasser. Das Wrack ist nach Angaben der Küstenwache keine Gefahr für den Schiffsverkehr. Zwei Schiffe der niederländischen Marine sichern die Unglücksstelle.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Zum Zeitpunkt der Kollision herrschte Windstärke sechs bis sieben. "Doch für so große Schiffe ist das kein Problem", sagte Brinkman. Die "Baltic Ace" war 148 Meter lang. Die Schiffe waren auf einer der meistbefahrenen Schiffsrouten der Welt unterwegs zwischen den beiden größten Häfen Europas, Rotterdam und Antwerpen. Diese Nord-Südverbindung wird noch vom Ost-West-Verkehr nach Großbritannien gekreuzt.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Internationale Seefahrtsorganisation IMO neue Fahrrouten der niederländischen Regierung genehmigt, die ab August 2013 gelten sollen. Dadurch soll der Verkehr auf der Nordsee sicherer werden.

Die "Baltic Ace" war vom belgischen Zeebrügge auf dem Weg ins finnische Kotka. Das Containerschiff "Corvus J" gehört zur Gesamtflotte der deutschen Reederei Jüngerhans im niedersächsischen Haren (Ems) und kam aus dem schottischen Grangemouth und fuhr nach Antwerpen. Die "Corvus J" wurde bei der Kollision beschädigt, konnte jedoch noch bei Rettungsarbeiten helfen.

(dpa)
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