05.12.12

Versicherung Provinzial-Vorstandschef geht es nach Angriff besser

Ulrich Rüther

Foto: dpa

Ulrich Rüther

Ulrich Rüther ist auf dem Weg der Besserung. Er wurde in der Tiefgarage des Provinzial-Hauptgebäudes in Münster mit einem Schraubenzieher verletzt.

Münster. Der durch eine Schraubendreher-Attacke verletzte Vorstandschef der Provinzial-Versicherung, Ulrich Rüther, ist auf dem Weg der Besserung. "Es geht ihm schon wieder ganz gut", sagte Provinzial-Pressesprecher Jörg Brokkötter am Mittwochmittag nach einem Telefonat mit Rüther. Ein Unbekannter hatte Rüther am Morgen in der Tiefgarage der Provinzial in Münster angegriffen. Er habe ihm zwei Mal einen Schraubendreher in die Brust gerammt, sagte Brokkötter weiter. Anschließend sei der Täter geflüchtet. Rüther sei dann von seinem Fahrer in ein Krankenhaus gefahren worden – der Schraubendreher habe dabei noch in der Brust gesteckt. Nach Angaben des Sprechers wurde bei dem Angriff die Muskulatur im Brustbereich verletzt. Die Lunge sei nicht verletzt worden.

Ob die Attacke im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme des Versicherers durch einen Konkurrenten steht, war zunächst nicht bekannt. Am Mittwoch waren die Belegschaften in Münster und Kiel zu Betriebsversammlungen zusammengekommen. Die Verunsicherung in der Belegschaft des Sparkassen-Versicherers ist groß, nachdem Medien über ein Kaufinteresse des Branchenriesen Allianz berichtet hatten. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi wären durch einen Verkauf an Europas größten Versicherer Allianz 6000 Arbeitsplätze gefährdet.

Die Anteilseigner der Provinzial Nordwest hatten am Dienstag Kaufabsichten "aus dem Versicherungslager" bestätigt, ohne den Namen Allianz zu nennen. Sie wollten schnell entscheiden, ob ein Verkauf des Versicherers überhaupt infrage kommt – und wenn ja, zu welchen Bedingungen. Eigentümer der Provinzial sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Westfälischen Sparkassen mit je 40 Prozent, die Sparkassen in Schleswig-Holstein mit 18 und die ostdeutschen Sparkassen mit 2 Prozent.

Die Provinzial Nordwest verwaltet Kapitalanlagen von fast 21 Milliarden Euro und führt 9,7 Millionen Versicherungsverträge. Damit belegt der Konzern nach eigenen Angaben Platz 17 unter den deutschen Versicherern.