03.12.12

Ingelheim und Magdeburg

Tote Kleinkinder - Täter offenbar die eigenen Mütter

Eine 17-Jährige aus Ingelheim hat die Tat bereits eingeräumt. Eine 31 Jahre alte Mutter aus Magdeburg wird noch psychiatrisch untersucht.

Foto: Picture alliance, dpa
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Zwei Frauen aus Hessen und Sachsen-Anhalt haben offenbar ihrer kleinen Kinder getötet

Ingelheim/Magdeburg. Eine 17 Jahre alte Mutter aus Ingelheim am Rhein hat gestanden, in der vergangene Woche ihr Baby getötet zu haben. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Mainz am Montag gemeinsam mitteilten, wurde die Frau verhaftet und nach Zweibrücken in ein Gefängnis gebracht.

Nach ersten Ermittlungen hatten die junge Mutter und ihr 24 Jahre alter Lebensgefährte den sechs Monate alten Jungen am vergangenen Mittwoch in ein Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf starb. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Kind seinen schweren Kopfverletzungen erlag.

Bei der Polizei gestand die Mutter, dass sie dem Kind die tödlichen Verletzungen zugefügt hat. Weitere Einzelheiten dazu gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt.

Im Juni hatte in Rheinland-Pfalz der Fall einer Großmutter für Schlagzeilen gesorgt, die ihre zwei Jahre alte Enkeltochter im Hunsrückort Niederwörresbach in den Hals gestochen und getötet haben soll – der Prozess soll am 13. Dezember beginnen. Im hessischen Kassel war am vergangenen Sonnabend eine Babyleiche in einer am Straßenrand abgestellten Mülltüte gefunden worden.

Nach Darstellung des Mainzer Innenministeriums sind Kindstötungen dennoch vergleichsweise selten. "Natürlich ist jeder Fall einer zu viel", sagte ein Sprecher der dpa. Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz insgesamt fünf Kinder von ihren Angehörigen getötet.

Das Mainzer Familienministerium verwies auf ein "flächendeckendes Beratungs- und Hilfsangebot", an das sich junge Mütter und schwangere Frauen in Problemsituationen wenden könnten. Allein an 20 Geburtskliniken gebe es speziell geschulte Teams, die sensibilisiert seien, gefährdete Kinder auszumachen, sagte eine Sprecherin.

31-jährige soll ihre Tochter tödlich misshandelt haben

Des Weiteren soll eine 31 Jahre alte Frau aus Magdeburg ihre eineinhalb Jahre alte Tochter so schwer misshandelt haben, dass sie starb. Die Mutter habe in der Vernehmung die Misshandlung des kleinen Mädchens eingeräumt, teilte die Polizei in Magdeburg mit. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

Die Frau hatte vor gut einer Woche noch den Notarzt gerufen, als sie das Kind leblos im Kinderzimmer fand. Die Ärzte konnten das kleine Mädchen zunächst reanimieren. Drei Tage später starb es aber in der Uniklinik. Nach dem Tod verständigten die Ärzte die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ordnete an, die Schuldfähigkeit der Mutter zu prüfen. Dazu wurde eine forensisch-psychiatrische Begutachtung in Auftrag gegeben. Einzelheiten wollte die Behörde nicht nennen.

Die Frau lebte im Stadtteil Neu Olvenstedt, wo sich auch viele Plattenbausiedlungen befinden. Inzwischen wurden dort aber auch eine Reihe Einfamilienhäuser errichtet. Nach weiteren Informationen lebte die 31-Jährige in einer eheähnlichen Gemeinschaft.

Einzelheiten zum Tod des 18 Monate alten Mädchens wollte die Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht nennen. Die Obduktion des Kindes habe allerdings die Aussagen der Mutter gestützt. Offen blieb zunächst auch, ob es bereits früher Hinweise auf eine Misshandlung des Kindes gegeben hatte.

In den vergangenen Jahren hatte es in Magdeburg immer wieder Fälle der Misshandlung von Kleinkindern gegeben. Im April war eine 19 Jahre alte Mutter festgenommen worden. Ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter musste mit Verletzungen an Hals und Kopf in eine Klinik. Im Februar war ein Säugling von seinem Vater so schwer misshandelt worden, dass er an den Folgen starb.

(dpa)
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