03.12.12

Busunglück in Ägypten

Die deutschen Opfer stammen aus Nordrhein-Westfalen

Trauer um die verunglückte sechsköpfige Crew eines Ferienfliegers. Reiseveranstalter verweisen auf ihre Maßnahmen in puncto Sicherheit.

Foto: dpa
Die zwei kollidierten Busse in Ägypten: Vier deutsche Tuifly-Mitarbeiter starben bei dem Unfall
Die zwei kollidierten Busse in Ägypten: Vier deutsche Tuifly-Mitarbeiter starben bei dem Unfall

Berlin/Hurghada. Alle sechs deutschen Opfer des Busunglücks in Ägypten stammen aus Nordrhein-Westfalen. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Montag auf Anfrage mit. Beim Frontalzusammenstoß zweier Kleinbusse in der Urlaubsregion Hurghada waren am Sonntag vier Mitarbeiter der Fluggesellschaft Tuifly getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Auch drei Ägypter starben in den Blechtrümmern. Die beiden verletzten Deutschen wurden weiterhin in einem ägyptischen Krankenhaus behandelt.

Ein Hilfsteam betreue die Mitarbeiter der Fluggesellschaft Tuifly rund um die Uhr, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag in Hannover. Die sechsköpfige Tuifly-Crew war am Sonntag auf dem Weg von ihrem Hotel zum internationalen Flughafen Hurghada. Nähere Angaben zu den Opfern gab es nicht. Der Unfall sei ein "ganz großes Unglück", betonte die Sprecherin. "Alle Fahrunternehmen, mit denen wir im Ausland zusammenarbeiten, sind qualifizierte Unternehmen, die bestens ausgebildet sind."

Die Deutsche Botschaft in Kairo leiste vor Ort weiter konsularische Unterstützung und sei in engem Kontakt mit dem Arbeitgeber und den ägyptischen Behörden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin weiter. Wann die Verletzten nach Deutschland gebracht werden und die Leichname der drei Männer und einer Frau übergeführt werden, war bislang nicht bekannt.

Große Reiseunternehmen verwiesen am Montag auf langfristige Zusammenarbeit mit lokalen Busunternehmen in Urlaubsländern. Eine Sprecherin von Thomas Cook sagte: "Wir bekommen von den Unternehmen regelmäßig schriftliche Bestätigungen, dass die Busse technisch überprüft wurden, dass die Reifenprofile ausreichend sind und dass die Busfahrer ihre Arbeitszeiten einhalten." Bei vielen Fahrten seien zudem Reiseleiter dabei, die Auffälligkeiten melden würden.

Ein alltours-Sprecher sagte, man habe in den Urlaubsländern langfristige Kooperationen mit Busgesellschaften. "Die verpflichten sich alle, gutes Material und gute Fahrer einzusetzen." Die Buchung einer Pauschalreise inklusive Flughafentransfer vom und zum Hotel, sei deshalb immer besser, als sich zum Beispiel am Flughafen selbst um einen Transport zu kümmern. Mehr als eine Million Urlauber besuchen pro Jahr Hurghada am Roten Meer, unter ihnen sehr viele Deutsche.

Ägypten ist ein Land mit vielen schweren Verkehrsunfällen. Mehr als 7000 Menschen lassen jährlich auf den Straßen ihr Leben – fast doppelt so viele wie in Deutschland. Die Ursachen sind oft Fahrlässigkeit und ein riskanter Fahrstil. Hoffnungslos übermüdete und unterbezahlte Fahrer, kaputte oder nicht existierende Anschnallgurte und Schlaglochpisten machen eine Fahrt durch das Land gefährlich.

(dpa)
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