21.11.12

Protest von Nudisten

Nacktverbot in den Straßen von San Francisco

Nackt durch San Francisco zu bummeln ist bald nicht mehr erlaubt. Die Stadtverordneten stimmen für ein Nacktheitsverbot in der Öffentlichkeit.

Foto: dpa
San Francisco verbannt Nackte aus Öffentlichkeit
Ein Nudist protestiert in San Francisco gegen das Nacktheitsverbot

San Francisco. Im gewöhnlich liberalen San Francisco hat der Stadtrat mit knapper Mehrheit einem Entwurf zugestimmt, nach dem entblößte Genitalien auf Straßen, Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten werden. Nudisten reagierten am Dienstag (Ortszeit) prompt: Noch in den Sitzungsräumen des Rathauses zogen sich eine Handvoll Männer und Frauen aus und protestierten splitternackt und lautstark gegen das Verbot.

Die Vorschrift soll im Februar 2013 in Kraft treten. Sie muss zuvor eine zweite Abstimmung durchlaufen und vom Bürgermeister unterzeichnet werden. Nackedeis in den Straßen von San Francisco müssen dann mit einer Geldstrafe rechnen. 100 Dollar für den ersten Verstoß, für Wiederholungstäter kann es doppelt so teuer werden.

Ausgenommen von dem Nacktheitsverbot sind besondere Anlässe und Straßenfeiern wie die jährliche Schwulenparade. Auch an Stränden und auf Privatgrundstücken darf man sich weiter ausziehen. Kinder unter fünf Jahren sind ebenfalls von der Vorschrift ausgenommen.

Der schwule Stadtverordnete Scott Wiener, der das Schwulenviertel Castro vertritt, hatte den Vorschlag eingebracht. Die Zahl von Nudisten sei in den vergangenen Jahren in seinem Bezirk deutlich gewachsen, argumentierte der Politiker.

Vor allem Anwohner und auch Geschäftsleute hätten sich über die öffentliche Nacktheit beschwert, argumentierte der Politiker, sagte Wiener. "Viele Leute in der Nachbarschaft sind es satt und wollen etwas dagegen unternehmen." Früher sei es ab und zu mal ein Nackter gewesen, jetzt seien entblößte Genitalien an der Tageordnung, klagte der Stadtverordnete.

Die Nudisten geben sich aber noch nicht geschlagen. Eine kleine Gruppe hatte in der vorigen Woche bereits Klage eingereicht. "Nacktheit fällt unter das Recht auf freie Meinungsäußerung", sagte Anwältin Christina DiEdoardo. Das habe nichts mit "unsittlicher Entblößung" zu tun.

DiEdoardo vertritt eine Handvoll Nudisten, darunter eine dreifache Mutter, die eine Nudisten-Talk-Show mit dem Namen "Meine nackte Wahrheit" moderiert. Die Anwältin hofft, dass ein Bundesrichter mit einer einstweiligen Verfügung gegen das Verbot vorgeht. Eine weitere Anhörung ist für Mitte Januar geplant.

(dpa)
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