15.11.12

GfK-Untersuchung

Deutsche spenden 2012 weniger - Humanitäre Hilfe bevorzugt

Mit 74 Prozent fließt das meiste Geld in die humanitäre Hilfe. Aber auch die Kulturpflege sowie der Tier- und Umweltschutz werden bedacht.

Foto: dpa
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
Obwohl 2012 bislang weniger gespendet wurde, ist der Trend zum mehrmaligen Spenden ungebrochen

Berlin. Die Deutschen sind dieses Jahr weniger spendenfreudig als 2011. Von Januar bis September wurden rund 2,5 Milliarden Euro privat gespendet, im Vorjahreszeitraum waren es 5,5 Prozent mehr, wie Gertrud Bohrer von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag in Berlin sagte. Hinter dem Rückgang steckt aber eine positive Nachricht: 2012 habe es weltweit noch keine größeren Katastrophen gegeben wie etwa Erdbeben oder Tsunamis, die zu einer starken Spendenbereitschaft geführt hätten, fügte Bohrer hinzu.

Der Deutsche Spendenrat, der die GfK-Analyse in Auftrag gab, geht auch für das Gesamtjahr 2012 von einem rückläufigen Spendenvolumen aus. Der Monat Dezember sei zwar der wichtigste Spendenmonat des Jahres, dennoch werde bei einer optimistischen Schätzung insgesamt ein Minus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Gerechnet wird mit einem Gesamtspendenvolumen von rund vier Milliarden Euro für dieses Jahr.

Mit 74 Prozent fließt das meiste Geld in die humanitäre Hilfe. Auch die Kultur- und Denkmalpflege sowie der Tier- und Umweltschutz liegt den Deutschen am Herzen.

Die Zahl der Spender lag laut GfK in den ersten neun Monaten des Jahres bei 17,3 Millionen Euro. Obwohl in diesem Jahr bislang weniger gespendet wurde, ist der Trend zum mehrmaligen Spenden ungebrochen: Während 2005 jeder Spender im Schnitt zwei Mal spendete, lag der Wert in diesem Jahr bei 4,5 Mal. Im Mittel würden 26 Euro gespendet.

Besonders stark ist laut GfK die Spendenbereitschaft bei den über 70-Jährigen. Fast 40 Prozent des diesjährigen bisherigen Spendenaufkommens stamme aus dieser Altersklasse. Die unter 50-Jährigen hingegen spendeten nur 23,1 Prozent und somit weit weniger als es ihrem Anteil in der Bevölkerung entspricht. Die unter 50-Jährigen spendeten aber besonders stark, wenn es zu Naturkatastrophen oder plötzlichen Hungersnöten kommt.

Die GfK führte für ihre Untersuchung repräsentative Stichproben bei 10.000 Personen ab 10 Jahren durch. Die Analyse umfasst Spenden deutscher Privatpersonen an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisationen sowie Kirchen.

dapd
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