Flugzeugabsturz über dem Atlantik
Hinterbliebene wollen Air France verklagen
Knapp zwei Monate nach dem Absturz der Air-France-Maschine AF 447 wollen die Hinterbliebenen der deutschen Opfer die Fluggesellschaft verklagen. Die Schuldfrage müsse geklärt werden.
Ein Wrackteil des abgestürzten Air France Airbus wird geborgen.
Foto: dpa/DPA
München/São Paulo. Die Hinterbliebenen der deutschen Opfer des abgestürzten Air-France-Flugzeugs AF 447 streben eine Klage gegen die französische Fluggesellschaft und deren Zulieferer an. „Ich halte eine Klage für unerlässlich", sagte Bernd Gans, der Sprecher der kürzlich gegründeten Angehörigenvereinigung zu stern.de. Die Schuldfrage müsse geklärt werden. „Alle Betroffenen wollen wissen, was passiert ist und wer schuld an diesem Unglück ist", wird Gans weiter zitiert. Knapp zwei Monate nach dem Absturz der Air-France- Maschine im Atlantik vor Brasilien sind 49 der insgesamt 50 geborgenen Leichen identifiziert. Das teilten die brasilianischen Behörden in Recife mit.
Die Angehörigenvereinigung wolle, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Gans. Die Hinterbliebenen von 20 der 28 deutschen Opfer des Fluges haben dem Online-Portal zufolge am vergangenen Wochenende die Vereinigung gegründet.
In dem Airbus A330 hatte Gans' Tochter Ines gesessen. Sie war unter den insgesamt 228 Menschen, die in dem Flugzeug ums Leben kamen, das am 1. Juni auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris über dem Atlantik abgestürzt war. Nachdem in Frankreich und Brasilien bereits Angehörigengruppen gegründet worden seien, hätten sich jetzt auch die deutschen Familien zu diesem Schritt entschlossen. „Es geht darum, den Hinterbliebenen eine gemeinsame Stimme zu geben", sagte Gans. Schwere Vorwürfe erhob er gegen Air France. Die Betreuung sei völlig unzureichend.
Bis Dienstag waren in Brasilien weitere sechs männliche Leichen identifiziert worden. Dabei handele es sich um drei Brasilianer und drei Männer, deren Nationalität nicht angegeben wurde. Auch die Namen der Toten wurden auf Bitten der Angehörigen nicht veröffentlicht. Der Flug AF 447 war am 1. Juni auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in eine Unwetterzone geraten und abgestürzt. An Bord befanden sich 228 Menschen, darunter 28 Deutsche. Das Wrack liegt vor der brasilianischen Atlantikküste in einer Tiefe von mehreren tausend Metern und wurde bislang nicht gefunden. Die Suche nach den Flugschreibern wird noch bis zum 20. August mit einem kleinen U-Boot des Forschungsschiffes „Pourquoi Pas?" fortgesetzt.





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