08.11.12

Prozess Dachauer Todesschütze plante offenbar Bluttat in Hamburg

Prozess gegen Dachauer Todesschützen

Foto: dpa

Prozess gegen Dachauer Todesschützen Foto: dpa

Der 55-Jährige ist des Mordes sowie des dreifachen Mordversuchs angeklagt. Im Dachauer Gericht soll er einen Staatsanwalt erschossen haben.

München/Hamburg. Der wegen Todesschüssen auf einem Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht angeklagte Rudolf U. hatte eine derartige Tat offenbar schon vor Jahren erwogen. Nach einem verlorenen Prozess in Hamburg soll er gesagt haben, er werde irgendwann mit der Kalaschnikow ins Gericht reingehen und alle "niederballern", wie eine 54 Jahre alte Bekannte des Angeklagten am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht aussagte. Neben ihr wurden noch weitere Zeugen gehört, unter anderem eine Frau, die seit 2009 die rechtlichen Angelegenheiten des Angeklagten erledigte. Aus ihrer Sicht hatte U. allerdings nie einen aggressiven Eindruck gemacht.

Der 55-jährige U. ist des Mordes sowie des dreifachen Mordversuchs angeklagt. Der Transportunternehmer hatte sich im Januar vor dem Dachauer Amtsgericht wegen nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge verantworten müssen. Bei der Urteilsverkündung zog er eine Pistole, feuerte um sich und traf den 31-jährigen Staatsanwalt Tilman T. tödlich.

Am Mittwoch war es zu einem Eklat im Gericht gekommen, als U.s Wahlverteidiger Maximilian Kaiser angekündigt hatte, sein Mandat ruhen zu lassen. Am Donnerstag erschien der Anwalt nicht zur Verhandlung. Dem Angeklagten steht aber noch ein Pflichtverteidiger zur Seite.

(dapd)