Do, 08.11.12, 08.56

USA Schneesturm durchkreuzt auch Westerwelles Pläne

Schneeregen in New York

Foto: dpa

Schneeregen in New York

Wenige Tage nach "Sandy" führen heftige Winde und Kälte erneut zu Stromausfällen, Schäden und Flugabsagen an der Ostküste der USA.

New York. Nach "Sandy" hat ein neuer Sturm an der US-Ostküste für heftigen Wind und eisige Kälte gesorgt. In Zehntausenden Haushalten in New York und New Jersey, die gerade erst wieder an das Elektrizitätsnetz angeschlossen worden waren, fiel der Strom gleich wieder aus. In New York fielen auch am Donnerstag noch Regen und Schneeregen, nachdem der Sturm bereits seit Mittwoch für winterliche Verhältnisse gesorgt hatte. Die Straßen waren spiegelglatt, Fluggesellschaften strichen Hunderte Flüge. Unter anderem wurde auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) überrascht, der seinen Rückflug von New York nach Berlin am Mittwochabend (Ortszeit) um 21 Stunden verschieben musste.

Den Meteorologen zufolge schien der vom Atlantik kommende Sturm schwächer als zunächst befürchtet auszufallen. Mit Windböen und Schnee könnte er aber weitere Schäden an der von Supersturm "Sandy" vergangene Woche demolierten Infrastruktur anrichten. Bis zum späten Mittwochabend (Ortszeit) verloren in New York und New Jersey 60.000 Menschen wieder ihren Strom. Es wurde erwartet, dass es über Nacht noch mehr werden würden.

Insgesamt waren fast eine Million Haushalte in der Region noch immer ohne Strom, während die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt sanken. Außerdem hatten die Behörden weiterhin Probleme, für Zehntausende von "Sandy" geschädigte Einwohner Notunterkünfte zu finden. "Als nächstes warte ich auf die Heuschreckenplage und die Pest", sagte der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sagte über den neuen Sturm: "Auch wenn er bei weitem nicht so stark wie 'Sandy' wird und wir unter normalen Umständen niemanden evakuieren würden - wegen der Umstände und als Vorsichtsmaßnahme gehen wir in einige kleinere Gegenden und fordern die Menschen auf, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben".

An der Küste wurden neue Sturmfluten erwartet – mit weniger als einem Meter Höhe allerdings weit kleinere als bei "Sandy". Allerdings waren viele der Küstenverbauungen durch den Supersturm noch beschädigt und auch geringere Wellen könnten zu Schäden führen.