Nach "Sandy"
Kritik an Austragung des New-York-Marathons
Politiker appellieren an Bürgermeister Bloomberg, die Entscheidung zu überdenken. Unterdessen ist die Spendenbereitschaft der Amerikaner groß.
New York. Trotz der immensen Schäden, die Hurrikan "Sandy" angerichtet hat, soll der New-York-Marathon am Sonntag stattfinden - allerdings in einer abgespeckten Version. Die für Freitag geplante Eröffnungszeremonie ist abgesagt worden. Auch ein fünf Kilometer langes Rennen im Central Park am Sonnabend fällt aus. Eventuell wird auch die Strecke leicht geändert, obwohl sie nicht direkt von der Überschwemmung betroffen ist.
Viele New Yorker kritisieren den Entschluss, den großen Lauf dennoch auszutragen. Die Senatorin Liz Krueger sprach von einer eklatanten Fehlentscheidung. "Ich verstehe, dass der Marathon der lokalen Wirtschaft Einnahmen bringt, aber seien wir ehrlich, er bindet erhebliche Kräfte. In keinem der Bezirke läuft es auch nur annähernd normal", wird sie von der "New York Times" zitiert.
James Molinaro, der Chef des Stadtbezirks Staten Island, appellierte an Bürgermeister Michael Bloomberg, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Molinaro erklärte, er habe mit einer Absage gerechnet. "Mein Gott. Was wir hier haben, ist schrecklich, eine Katastrophe. Wenn sie laufen wollen, lasst sie für sich selbst laufen. Das ist nicht die Zeit für eine Parade", sagte Molinaro. Das 42,195 Kilometer lange Rennen durch die fünf Stadtbezirke beginnt traditionell auf der Verrazano Narrows Bridge in Staten Island.
Unterdessen rollt in Amerika eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Die Spendenbereitschaft der Amerikaner ist groß. Mehr als elf Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) seien bereits zusammengekommen, berichtete das Rote Kreuz am Mittwoch (Ortszeit). Außerdem meldeten sich zahlreiche spendierwillige Prominente und Firmen. Sein Unternehmen habe den betroffenen Familien in New York und New Jersey eine Million Dollar zur Verfügung gestellt, teilte Medienmogul Rupert Murdoch per Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Der Autobauer Ford kündigte eine Spende in Höhe von 50.000 Dollar an, Konkurrent Toyota von einer Million. Die Baseball-Mannschaft der New York Yankees versprach 500.000 Dollar. Der bislang größte bekannte Einzelspender wollte aber zunächst anonym bleiben: Der Unbekannte habe der Stadt New York 2,5 Millionen Dollar für die Wiederaufbaumaßnahmen geschenkt, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Mittwoch.
Die Millionen-Metropole bemüht sich, so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren. Bis Freitag können die Menschen in New York alle wieder in Betrieb genommenen öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Das sagte Andrew Cuomo, Gouverneur des Bundesstaates, am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Dazu zählen unter anderem Regionalzüge, U-Bahnen und Busse. Alle öffentlichen Verkehrsmittel verkehren allerdings bislang nur mit großen Einschränkungen.















